{"id":908,"date":"1984-02-24T09:58:53","date_gmt":"1984-02-24T07:58:53","guid":{"rendered":"https:\/\/friebeismus.delphin-consult.eu\/?p=908"},"modified":"2020-11-04T09:33:06","modified_gmt":"2020-11-04T08:33:06","slug":"artikel-technologieinnovationen-besser-beurteilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/artikel-technologieinnovationen-besser-beurteilen\/","title":{"rendered":"Artikel: Technologieinnovationen besser beurteilen"},"content":{"rendered":"\n<p>Jedes produzierende Unternehmen muss entscheiden mit welchen Innovationen es am Markt erfolgreich sein kann. Umso&nbsp;wichtiger ist es die Bewertungsmethoden auf den Pr\u00fcfstand zu stellen, welche die Grundlage f\u00fcr derartige Entscheidungen darstellt. Vergangene&nbsp;Methoden funktionieren nur noch bedingt, da schon alleine die Geschwindigkeit der Innovationen f\u00fcr fehlende Erfahrungswerte sorgt. Klaus P. Friebe, damaliger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VDI-Technologiezentrums in Berlin, hat sich substanziell mit der Thematik auseinandergesetzt und wichtige Erkenntnisse gewonnen, die auch heute noch G\u00fcltigkeit besitzen. Eduard Heilmayr, damaliger Redakteur bei <em>Markt &amp; Technik<\/em>, hat Sie 1984 f\u00fcr den Leser aufbereitet.<br \/><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Einsatz von neuen Technologien ist Voraussetzung f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer Wirtschaft. Die Frage jedoch, wie neue Technologien &#8211; beispielsweise die Mikroelektronik &#8211; beurteilt werden k\u00f6nnen, wie sie sich auf die Organisation im Unternehmen auswirken und welche Qualifikationen die Entscheidungstr\u00e4ger aufweisen m\u00fcssen, l\u00e4sst sich mit herk\u00f6mmlichen Technologiebewertungsmethoden nicht mehr beantworten. Die Schaffung allgemeing\u00fcltiger, praktikabler Beurteilungs- und Entscheidungskriterien f\u00fcr den Einsatz neuer Technologien fordert deshalb Klaus P. Friebe, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VDI-Technologiezentrums in Berlin im nachfolgenden Artikel.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einfluss von neuen Technologien auf die zuk\u00fcnftige Wirtschafts- und Unternehmensstruktur in der Bundesrepublik Deutschland wird besonders gepr\u00e4gt durch die rasante Entwicklung in der Mikroelektronik. Die richtige Bewertung neuer Technologien und ihre Anwendung in innovativen Produkten ist eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr das notwendige Wachstum unserer Wirtschaft. Wie jedoch die j\u00fcngsten, intensiven Diskussionen der Problematik technologieorientierter Unternehmensgr\u00fcndungen und der daf\u00fcr geeigneten Finanzierungsmethoden aufzeigte, z\u00e4hlt die richtige Einsch\u00e4tzung von innovativen Produkten und die damit im Idealfall verbundene Generierung neuer M\u00e4rkte zu den Problemen, von deren L\u00f6sung man noch weit entfernt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die richtige Einsch\u00e4tzung, Bewertung und effektive Umsetzung von neuen Technologien in marktgerechte Produkte wirkt weit \u00fcber den bisherigen Rahmen der Venture Capital-Diskussion hinaus. Jedes Unternehmen, das auch in Zukunft erfolgreich wachsen will, und damit zur Sicherung des eigenen Unternehmens zur Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen und zur Steigerung des sozialen Wohlstands beitr\u00e4gt, muss sich mit der Bewertung von neuen Technologien erfolgreich auseinandersetzen. Damit verbunden erfordert der Einsatz von neuen Technologien in den Unternehmen eine Anpassung der betrieblichen Strukturen auf nahezu allen Entscheidungs-, Produktions- und Vermarktungsstufen. Die Konsequenz daraus ist eine radikale Ver\u00e4nderung betrieblicher Rahmenbedingungen, besonders im Management. Auch Krisenmanagementmethoden helfen da wenig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Begr\u00fcndung hierf\u00fcr liegt in der Tatsache, dass bisher bekannte und benutzte strategische Technologie-, beziehungsweise Technikbewertungsmethoden, zur effektiven Beurteilung neuer Technologien ungeeignet sind. Versch\u00e4rfend kommt noch hinzu, dass in der bisherigen allgemeinen Technologiebewertungsdiskussion in der Bundesrepublik Deutschland die Sozialaspekte, insbesondere die Auswirkungen auf die Arbeitspl\u00e4tze, \u00fcberproportional und dominant analysiert worden sind. Die Ergebnisse sind bekannt: Technikangst und Akzeptanzprobleme. Dies ist umso fataler, als es f\u00fcr die effektive Bewertung neuer Technologien und ihre Auswirkungen auf die Unternehmen bisher nahezu keine praxisgerechten, logischen Kriterien gibt. Denn neben rein theoretischen Betrachtungen ist in der deutschen Wissenschafts-Landschaft wenig an strategischen Hilfsmitteln und Realdaten zu diesem Thema vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_Bild01.jpg\" data-lbwps-width=\"730\" data-lbwps-height=\"623\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_Bild01-300x256.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\"   class=\"wp-image-909\"  src=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_Bild01.jpg\"    alt=\"1984_02_24_Bild01\"  width=\"730\" height=\"623\" srcset=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_Bild01.jpg 730w, https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_Bild01-300x256.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Betrachtet man den ersten Abschnitt einer Innovationswelle, so wird klar, wo die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Unbrauchbarkeit bisher bekannter Technologiebewertungsmethoden liegen: zum einen in der hohen Geschwindigkeit der Produktinnovationen im Vergleich zur Prozessinnovation (Bild 1) und an der Vielfalt der zu verwertenden Informationen bei neuen Technologien.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Vergangenheit vollzog sich die Erarbeitung strategischer Technologiebewertungsmethoden aufgrund von langfristigen Erfahrungen. Bei grundlegenden neuen Produkten, also bei Produkten, die neue M\u00e4rkte schafften, blieb bisher gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr die wissenschaftliche Erstellung praktikabler Technologiebewertungsmethoden. In der Regel konnten die Produkte bez\u00fcglich ihrer Auswirkungen auf die Unternehmen und auf ihre Marktchancen hin erfolgreich beurteilt werden. Ebenso blieb gen\u00fcgend Zeit, mit den vorhandenen Instrumentarien, markterforderliche Produktanpassungen vorzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere die hohe Innovationsgeschwindigkeit und der internationale Konkurrenzdruck zwingen die Unternehmen zu schnellen und richtigen Entscheidungen beim Einsatz neuer Technologien. Zur Erprobung und zur Fehleranalyse bleibt wenig Zeit. Dies ist auch der Grund, warum zur Entscheidung, welche Technologien oder technologischen Produkte eingesetzt werden, die klassischen Marketingbetrachtungen, basierend auf den Erfahrungen mit alten Produkten, nur schwer herangezogen werden k\u00f6nnen. Fehler jedoch bei der Anwendung oder \u00bbein Verschlafen\u00ab des Einsatzes beispielsweise der Mikroelektronik sind mit hohen Kosten beziehungsweise mit nur mehr schwer aufholbaren Wettbewerbsverlusten verbunden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_Bild02.jpg\" data-lbwps-width=\"740\" data-lbwps-height=\"943\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_Bild02-235x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\"   class=\"wp-image-910\"  src=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_Bild02.jpg\"    alt=\"1984_02_24_Bild02\"  width=\"740\" height=\"943\" srcset=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_Bild02.jpg 740w, https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_Bild02-235x300.jpg 235w\" sizes=\"auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Verkn\u00fcpft mit der hohen Innovationsgeschwindigkeit neuer Technologien ist eine wahre Informationsflut. Diese Informationen in jeder Phase einer Produkteinf\u00fchrung und -vermarktung richtig zu beurteilen ist Aufgabe des Managements (Bild 2). Aus Mangel an geeigneten Selektionsmethoden arbeiten die f\u00fcr die Technologieumsetzung verantwortlichen Personen, insbesondere das Mittelmanagement, unter erschwerten Bedingungen. Bei der Bewertung von Technologien sind Barrieren und Entscheidungsstaus im Management zu \u00fcberwinden. Sowohl in den Entwicklungs- als auch in den Marketingabteilungen k\u00f6nnen sich die Unternehmen den Luxus von Entscheidungstr\u00e4gern nicht mehr leisten, die als \u00bbGralsh\u00fcter der guten alten Zeit\u00ab den ver\u00e4nderten Bedingungen nicht mehr gerecht werden. Deshalb entstehen des \u00d6fteren problematische Situationen, da es bei der Analyse von Informationen meist weniger um sachgerechte Inhalte geht, sondern um Prestigefragen einzelner Mitarbeiter oder Gruppen. Informationen werden n\u00e4mlich in vielen Unternehmen zur\u00fcckgehalten, weil man glaubt, damit ein Machtinstrument zu besitzen, das gehalten werden muss, um die eigene Arbeitsplatzsituation zu sichern. Die so entstehenden Konflikte k\u00f6nnen als \u00bbHemmnis Nr. I\u00ab bei der schnellen und effektiven Umsetzung von Informationen gelten. Da zuk\u00fcnftig jedoch ein \u00bbDemokratisierungsprozess der Informationsvermittlung\u00ab einsetzen muss, sind solche Verhaltensmuster sch\u00e4dlich und mittelfristig nicht mehr tragbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einsatz von neuen Technologien wie der Mikroelektronik erfordert deshalb nicht nur sprunghafte Investitionen in der Entwicklung, Fertigung und Vermarktung, sondern insbesondere auch personelle Qualifikations- und Organisationsver\u00e4nderungen. Dazu m\u00fcssen den aktiv handelnden Managern geeignete Werkzeuge zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Neben dem Dilemma, dass es keine praktisch nutzbaren Beurteilungskriterien f\u00fcr den Einsatz von neuen Technologien gibt, ist auch das Bewusstsein f\u00fcr die Notwendigkeit solcher Instrumente noch nicht ausreichend geweckt. Es gilt, technologie-spezifische Merkmale f\u00fcr Technologiebewertungsmethoden zu erarbeiten, die allgemein g\u00fcltig und universell einsetzbar sind.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pdfjsblock-pdfjs-embed pdfjs-wrapper\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_MT0818ff_kpf-Artikel_Technologiebewertung.pdf\">1984_02_24_M&amp;T0818ff_kpf-Artikel_Technologiebewertung<\/a><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_02_24_MT0818ff_kpf-Artikel_Technologiebewertung.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes produzierende Unternehmen muss entscheiden mit welchen Innovationen es am Markt erfolgreich sein kann. 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