{"id":872,"date":"1984-01-13T13:33:13","date_gmt":"1984-01-13T11:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/friebeismus.delphin-consult.eu\/?p=872"},"modified":"2020-11-04T09:32:39","modified_gmt":"2020-11-04T08:32:39","slug":"artikel-die-siegener-sparkasse-geht-voran-der-s-siegerlandfonds-1-ist-der-erste-venture-capital-fond-einer-regionalbank-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/artikel-die-siegener-sparkasse-geht-voran-der-s-siegerlandfonds-1-ist-der-erste-venture-capital-fond-einer-regionalbank-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Artikel: Die Siegener Sparkasse geht voran &#8211; Der \u00bbS-Siegerlandfonds 1\u00ab ist der erste Venture-Capital-Fond einer Regionalbank in Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<p>Der \u00bbS-Siegerlandfonds 1\u00ab war&nbsp;ein Paradigmenwechsel. Mit diesem mutigen Vorsto\u00df war&nbsp;die Siegener&nbsp;Sparkasse im Jahr 1983 die erste Regionalbank, die einen&nbsp;Venture-Capital-Fond auflegte. Die Siegener Sparkasse \u00fcbernahm damit eine wichtige Vorbildfunktion, dass auch Regionalbanken Venture-Capital zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen, ein wichtiger Baustein&nbsp;f\u00fcr die regionale und fl\u00e4chendeckende Versorgung&nbsp;mittelst\u00e4ndischer Technologieunternehmen mit Risikokapital in der Bundesrepublik. Dabei stie\u00df dieser Weg auch auf viele Widerst\u00e4nde. Im Gespr\u00e4ch mit dem damaligen&nbsp;<em>Markt &amp; Technik<\/em> Redakteur Eduard Heilmayr erkl\u00e4ren&nbsp;der&nbsp;Vorstandsvorsitzende der Siegener Sparkasse, Rolf Brunswig und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des \u00bbS-Siegerlandfonds 1\u00ab, Peter T\u00f6pfer, ihren Schritt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nicht so sehr die H\u00f6he des Fondskapitals verdient Aufmerksamkeit &#8211; 5 Millionen Mark sind gesamtwirtschaftlich betrachtet ein eher bescheidener Betrag -, sondern die Tatsache an sich ist aufsehenerregend: Startete n\u00e4mlich mit dem \u00bbS-Siegerlandfonds 1\u00ab am 1. November 1983 zum ersten Mal eine regional strukturierte Sparkasse einen Venture-Capital-Fonds. Neben der Deutschen Bank und der Industriekreditbank in Berlin war das Siegener Geldinstitut damit Vorreiter einer Entwicklung, die in diesem Jahr so richtig zum Ausbruch kommen d\u00fcrfte, auch wenn die Siegener Geldleute aus ihren eigenen Reihen nicht nur mit Beifall \u00fcbersch\u00fcttet wurden. Der Vorstandsvorsitzende der Siegener Sparkasse, Rolf Brunswig, und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des \u00bbS-Siegerlandfonds 1\u00ab, Peter T\u00f6pfer, sprachen mit Markt &amp; Technik \u00fcber Motive, Hintergr\u00fcnde und Struktur des Venture-Capital-Fonds.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorgang ist bisher einmalig: Als erste Sparkasse in Deutschland legte das Siegener Geldinstitut einen Venture Capital-Fonds auf. Ausgestattet mit 5 Millionen Mark soll das Chancenkapital des \u00bbS-Siegerlandfonds 1\u00ab mit dazu beitragen die Wirtschaftsstruktur in der nordrhein-westf\u00e4lisch gelegenen Region zu verbessern. Das ist aber nicht der einzige Grund, der den Vorstand Sparkasse Siegen dazu bewog, den besonders auch in der Sparkassenorganisation nicht unumstrittenen Schritt zu wagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorstandsvorsitzender Rolf Brunswig: \u00bbUm die Seriosit\u00e4t der Venture-Capital-Aktivit\u00e4ten zu gew\u00e4hrleisten, m\u00fcssten sich meines Erachtens die Kreditinstitute dieser Aufgabe annehmen.\u00ab In Misskredit k\u00f6nnte die \u00bbgute Idee\u00ab, so Brunswig, \u00bbdurch unseri\u00f6se Anbieter wie &#8218;Abschreibungshaie aus der Bauherrenmodell-Branche&#8216; geraten\u00ab, Dabei gehe es beim Aufbau des Fonds nicht um \u00bbmoralische Gr\u00fcnde\u00ab, betont Brunswig, \u00bbsondern es sind Gr\u00fcnde, die auch f\u00fcr uns Nutzen versprechen: Einerseits k\u00f6nnen wir f\u00fcr die mittelst\u00e4ndische Wirtschaft in unserer Region Anreize schaffen, aber andererseits sehen wir auch die Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten, die sich f\u00fcr uns daraus ergeben k\u00f6nnten\u00ab. Brunswig ist optimistisch, dass der Siegerlandfonds f\u00fcr seine Sparkasse langfristig erfolgreich verlaufen wird, \u00bbmit einer &#8218;anst\u00e4ndigen&#8216; Rendite, die der Fonds langfristig bringen muss, und durch entsprechende Zusatzgesch\u00e4fte mit neuen Kunden, die beispielsweise durch die Ansiedlung von Unternehmen in unserer Region entstehen\u00ab. Gerade in der Verkn\u00fcpfung des Nutzens f\u00fcr seine Sparkasse und den Vorteilen, die der Fonds den Firmen bieten kann, liegt nach Brunswigs Meinung die \u00bbphantastische Idee des Projekts\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieses wohlbegr\u00fcndeten Eigennutzes stehe man nicht unter einem unmittelbaren Erfolgsdruck. \u00bbWir sind uns dessen sicher, dass wir Pannen erleben werden; wenn man das in seinem Konzept nicht von vornherein ber\u00fccksichtigt, sollte man das Venture-Capital Gesch\u00e4ft lassen\u00ab, argumentiert Brunswig \u00fcberzeugt. \u00bbWir glauben aber f\u00fcr den Siegerlandfonds den Mittelweg zwischen allzu gro\u00dfer Vorsicht und str\u00e4flichem Leichtsinn mit einer gesunden Risikobereitschaft gefunden zu haben.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade die mangelnde Risikobereitschaft ist ein in der \u00d6ffentlichkeit h\u00e4ufig erhobener Vorwurf an die Adresse der Banken. In diesem Zusammenhang verweisen die Geldinstitute auf ihre vom Gesetzgeber vorgeschriebene Verantwortung gegen\u00fcber den Kapitaleinlagen ihrer Kunden. Auch Brunswig kennt diese Problematik: \u00bbSicherlich handeln wir auch nach den Gesetzen der Risikominimierung. Das kann aber niemals bedeuten, dass Sparkassen und Banken kein Risiko mehr eingehen sollen. Das w\u00e4re zwangsl\u00e4ufig das Ende besonders der mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft.\u00ab Deshalb sei es zwingend notwendig, so Brunswig, dass die Geldinstitute verantwortbare Risiken eingehen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_01_13_Bild01.jpg\" data-lbwps-width=\"733\" data-lbwps-height=\"488\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_01_13_Bild01-300x200.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\"   class=\"wp-image-886\"  src=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_01_13_Bild01.jpg\"    alt=\"1984_01_13_Bild01\"  width=\"733\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_01_13_Bild01.jpg 733w, https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_01_13_Bild01-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 733px) 100vw, 733px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>So \u00fcberzeugend dies klingen mag, bei weitem nicht alle Kollegen innerhalb der deutschen Sparkassenorganisation zollen dem Siegener Venture-Capital Fonds Beifall. Brunswig wei\u00df, \u00bbdass die zust\u00e4ndigen Gremien des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes der Sache sehr zur\u00fcckhaltend &#8211; um nicht zu sagen, ablehnend &#8211; gegen\u00fcberstehen\u00ab. \u00bbSo etwas ist nicht Aufgabe der Sparkassen\u00ab, lautet die lapidar scheinende Begr\u00fcndung f\u00fcr deren ablehnende Haltung. Brunswig ist im Gegensatz dazu \u00fcberzeugt, dass diese Auffassung von vielen \u00bbSparkassenpraktikern\u00ab nicht geteilt wird, \u00bbvor allem die Sparkassen mittlerer Gr\u00f6\u00dfe stehen unserem Projekt mit aufgeschlossener Neugierde gegen\u00fcber\u00ab. Diese Einsch\u00e4tzung leitet Brunswig unter anderem aus den Erfahrungen ab, die er Ende Oktober letzten Jahres auf einer Arbeitstagung mit 150 Sparkassen-Vorst\u00e4nden in Stuttgart gewonnen hat. Das Siegener Konzept, von ihm dort vorgestellt, wurde mit \u00bbinteressierter, kritischer, aber positiv aufgeschlossener Resonanz\u00ab bewertet.<\/p>\n\n\n\n<p>Begr\u00fc\u00dft wurde die Aktivit\u00e4t der Sparkasse von Anfang an auch vom regional zust\u00e4ndigen Sparkassen- und Giroverband, dem Regierungspr\u00e4sidenten in Arnsberg und dem Wirtschaftsministerium in D\u00fcsseldorf. So war es zwar nicht verwunderlich, so Brunswig, aber doch sehr erfreulich, dass innerhalb kurzer Zeit die notwendige Ausnahmegenehmigung &#8211; die Gr\u00fcndung einer Kapitalbeteiligungsgesellschaft ist kein in der Sparkassenverordnung Nordrhein-Westfalens aufgef\u00fchrtes Sparkassengesch\u00e4ft &#8211; von den zust\u00e4ndigen Sparkassenaufsichtsbeh\u00f6rden erteilt wurde. Hier ist Brunswig voll Lob f\u00fcr seine dort zust\u00e4ndigen Gespr\u00e4chspartner: \u00bbEs war eine Freude, mit den Vertretern sowohl des Regierungspr\u00e4sidenten in Arnsberg als auch des Wirtschaftsministeriums zusammenzuarbeiten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die dortigen Beamten h\u00e4tten sich sehr schnell in die f\u00fcr sie v\u00f6llig neue Materie eingearbeitet und in sehr kurzer Frist die erforderliche Ausnahmegenehmigung erteilt, \u00bbwohl wissend, dass sie damit einen Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr die Sparkassen im gesamten Bundesgebiet geschaffen haben\u00ab. Auch \u00fcber den nordrhein-westf\u00e4lischen Wirtschaftsminister Professor Dr. Reimut Jochimsen ist Brunswig voll des Lobes: \u00bbDer Minister war bestens mit der Materie vertraut und hat unser Projekt als &#8218;politisch w\u00fcnschbar&#8216; betrachtet.\u00ab Das \u00bbWunschdenken\u00ab von Professor Jochimsen scheint die positive Entscheidung wesentlich befl\u00fcgelt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die gesteckten Erwartungen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, ist eine wesentliche Voraussetzung, das Fondsmanagement mit m\u00f6glichst viel Know-how f\u00fcr die Technologiebewertung und den notwendigen begleitenden Beratungshilfen auszustatten. Fonds-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Peter T\u00f6pfer, Leiter des Kreditsekretariats der Sparkasse Siegen, erkl\u00e4rt die getroffenen Ma\u00dfnahmen: \u00bbWir haben im Gesellschaftsvertrag einen Beirat installiert, der den &#8218;S-SiegerlandFonds 1&#8216; in allen wichtigen Fragen ber\u00e4t.\u00ab Dieser ist laut T\u00f6pfer zust\u00e4ndig f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber das Eingehen von Beteiligungen. Der sechsk\u00f6pfige Beirat setzt sich zusammen aus Rolf Brunswig, seinem Vorstandskollegen Helmut Varnholt und Peter T\u00f6pfer auf Seiten der Sparkasse, sowie drei au\u00dfenstehenden Beratern, \u00bbdie aber volles Stimmrecht haben\u00ab, betont Brunswig. Die drei externen Mitglieder des Beirates sind Unternehmer, einmal aus dem technischen Bereich, ein kaufm\u00e4nnisch \u00bbbesonders versierter\u00ab Unternehmer und ein Steuer- und Wirtschaftsberater, \u00bbder sich bereits sehr stark mit Existenzgr\u00fcndungen besch\u00e4ftigt hat\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich werde man bei Bedarf, betont T\u00f6pfer weiter, externe Berater, mit denen Kooperationsabsprachen getroffen wurden, hinzuziehen. T\u00f6pfer verweist in diesem Zusammenhang auf freie Technologieberater der Industrie- und Handelskammer, auf Technologieberatungszentren und die Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Eingehen eines Investments biete man weiter die laufende kaufm\u00e4nnische Begleitung des Unternehmens. Einen wesentlichen Vorteil sieht T\u00f6pfer in der Beschr\u00e4nkung des Fonds auf die Siegener Region. \u00bbDie unmittelbare Verbindung, die kurzen Wege zu unseren Beteiligungen bieten viel mehr Chancen als Nachteile.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Das gesamte Fondskapital von 5 Millionen Mark steht, so T\u00f6pfer, seit dem 1. November 1983 zur vollen Verf\u00fcgung. Die konkrete Zielsetzung des Siegerlandfonds 1 lautet, Firmengr\u00fcndungen in zukunftstr\u00e4chtigen Technologiebereichen anzuregen, die Innovationsf\u00e4higkeit von bestehenden Unternehmen zu st\u00e4rken, Unternehmen nachhaltig eine wettbewerbsf\u00e4hige, selbst\u00e4ndige Existenz zu sichern und qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen beziehungsweise zu erhalten. Dabei legt T\u00f6pfer eindeutig Wert darauf, dass eine eventuelle Beteiligung zur Durchf\u00fchrung \u00bbtechnischer Produkt- oder Verfahrensinnovationen\u00ab dienen muss. Die Produkte m\u00fcssen auf einen erkennbaren, k\u00fcnftigen Bedarf ihres Marktes ausgerichtet sein, eine Neuerung oder Verbesserung in technischer oder wirtschaftlicher Sicht aufweisen, sich durch ein besonderes, m\u00f6glichst schutzf\u00e4higes Know-how auszeichnen und eine gefestigte Marktstellung erwarten Jassen. Die Beteiligung kann alle Phasen, von der Idee und dem Konzept \u00fcber Entwicklung, Produktionsaufbau bis hin zur Markteinf\u00fchrung umfassen. Eindeutig erkl\u00e4rt T\u00f6pfer, dass die Kapitalbereitstellung zu Sanierungszwecken ausgeschlossen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Kapitalbeteiligungen sind dabei m\u00f6glich \u00bbbei neu zu gr\u00fcndenden Unternehmen, die sich mit intelligenten Produkten beziehungsweise innovativen Technologien besch\u00e4ftigen und etablierten, dynamischen mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, die sich nicht mit der Bewahrung des &#8218;Status quo&#8216; zufriedengeben, sondern durch Diversifikation mit intelligenten Produkten oder durch Anwendung von innovativen Verfahrenstechniken weiteres rentables Wachstum anstreben\u00ab. Voraussetzung daf\u00fcr sei jedoch, betont T\u00f6pfer nochmal ausdr\u00fccklich, dass die Unternehmen ihren Sitz oder eine Produktionsst\u00e4tte im Siegerland haben beziehungsweise diesen dort gr\u00fcnden oder dorthin verlagern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Art der Beteiligung ber\u00fccksichtigt die Bed\u00fcrfnisse des Einzelfalles. Sie geschieht entweder durch \u00dcbernahme von Gesellschaftsanteilen oder in Form der stillen Beteiligung. Der Beteiligungsbetrag soll im Allgemeinen 200.000 Mark nicht unterschreiten und nicht \u00fcber 1 Million Mark liegen, wobei der Siegerlandfonds 1 in der Regel als Minderheitsgesellschafter auftritt. Vom Unternehmen wird daher erwartet, dass es selbst in angemessenem Umfang Eigenmittel einbringt. Dabei werden, betont T\u00f6pfer, nat\u00fcrlich auch Vorleistungen mitber\u00fccksichtigt, die der Unternehmer bereits erbracht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beteiligungsdauer ist abh\u00e4ngig vom Einzelfall. Sie wird, so glaubt T\u00f6pfer, im Allgemeinen zwischen 5 und 10 Jahre betragen. Die Frage des Ausstiegs nach dieser Zeit ist ebenso abh\u00e4ngig vom Einzelfall: \u00bbWenn wir uns als typisch stille Gesellschafter engagieren, werden wir normalerweise zum Nennwert wieder aussteigen.\u00ab In der Regel, erkl\u00e4rt T\u00f6pfer weiter, \u00bberhalten wir w\u00e4hrend unserer stillen Beteiligung eine feste und daneben eine gewinnabh\u00e4ngige Verg\u00fctung\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einem direkten Engagement des Siegerlandfonds als GmbH-Gesellschafter stellt sich die Situation des Ausstiegs anders dar. \u00bbHier sind wir direkt am Gewinn und Verlust des Unternehmens beteiligt, und wir m\u00fcssen einen m\u00f6glichen Gewinn am Ende unserer Partnerschaft beim Verkauf unserer Anteile erzielen\u00ab, erkl\u00e4rt T\u00f6pfer. Zun\u00e4chst werde selbstverst\u00e4ndlich dem Unternehmer der Gesch\u00e4ftsanteil zum Kauf angeboten. Wenn der Unternehmer nicht bereit ist, die Beteiligung zu \u00fcbernehmen, wird T\u00f6pfer dann die Anteile des Siegerlandfonds unter Umst\u00e4nden auch am freien Markt anbieten. Er verweist darauf, dass die Beteiligung erst dann beendet wird, \u00bbwenn das Unternehmen l\u00e4uft\u00ab. \u00bb Vielleicht ist der Unternehmer dann zwar nicht in der Lage, unser Kapital &#8218;aus der Tasche&#8216; zur\u00fcckzuzahlen, aber er sollte in der Lage sein, einen Teil aus bereits erwirtschafteten Eigenmitteln und einen Teil auch \u00fcber eine herk\u00f6mmliche Kreditfinanzierung abzudecken\u00ab, erwartet T\u00f6pfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und dem \u00bbS-Siegerlandfonds 1\u00ab wird in einem Beteiligungsvertrag detailliert geregelt. T\u00f6pfer: \u00bbZiel der Zusammenarbeit ist in erster Linie, dass die unternehmerische Entscheidungsfreiheit erhalten bleibt.\u00ab Unterschreibt ein Unternehmen diesen Beteiligungsvertrag, ist es auch verpflichtet, m\u00f6gliche staatliche F\u00f6rderungen im Zusammenhang mit dem Innovationsvorhaben zu beantragen. T\u00f6pfer verspricht hier die Unterst\u00fctzung seines Hauses.<\/p>\n\n\n\n<p>Antr\u00e4ge auf \u00dcbernahme von Beteiligungen k\u00f6nnen formlos gestellt werden. \u00bb Wir wollen keinen &#8218;Formularkrieg&#8216;. Im ersten Stadium sind keine gro\u00dfartigen Antr\u00e4ge zu verfassen, uns gen\u00fcgt zun\u00e4chst eine schriftliche Information mit einer kurzen Beschreibung des Unternehmens und der Innovation\u00ab, beschreibt T\u00f6pfer die erste Kontaktaufnahme. In der Regel folgt dann ein ausf\u00fchrliches pers\u00f6nliches Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz aller Begeisterung f\u00fcr den \u00bbS-Siegerlandfonds 1\u00ab ist T\u00f6pfer Realist. \u00bb Wir bilden uns nicht ein, den Stein der Weisen gefunden zu haben. Wir glauben auch nicht, alle Probleme unserer Region l\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Dies ist auch mit einem gesamtwirtschaftlich gesehen sehr kleinen Betrag von 5 Millionen Mark nicht m\u00f6glich. Wir wollen in erster Linie Mut machen, dass auch andere Mal dar\u00fcber nachdenken, auf eingefahrenen Gleisen neue Weichen zu suchen oder eine neue Weiche zu bauen. Es ist wichtig zu erkennen, dass es auch noch andere Finanzierungsmodelle f\u00fcr die Zukunftssicherung unserer Wirtschaft gibt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pdfjsblock-pdfjs-embed pdfjs-wrapper\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_01_13_MT02S15f_he-Artikel_VC-SPK-Siegen.pdf\">1984_01_13_M&amp;T02S15f_he-Artikel_VC-SPK-Siegen<\/a><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1984_01_13_MT02S15f_he-Artikel_VC-SPK-Siegen.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00bbS-Siegerlandfonds 1\u00ab war&nbsp;ein Paradigmenwechsel. Mit diesem mutigen Vorsto\u00df war&nbsp;die Siegener&nbsp;Sparkasse im Jahr 1983 die erste Regionalbank, die einen&nbsp;Venture-Capital-Fond auflegte. 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