{"id":811,"date":"1983-11-11T11:51:05","date_gmt":"1983-11-11T09:51:05","guid":{"rendered":"https:\/\/friebeismus.delphin-consult.eu\/?p=811"},"modified":"2020-11-04T09:29:55","modified_gmt":"2020-11-04T08:29:55","slug":"silicon-valley-we-are-germany-die-venture-83-in-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/silicon-valley-we-are-germany-die-venture-83-in-muenchen\/","title":{"rendered":"Silicon Valley? We are Germany! Die Venture &#8217;83 in M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die&nbsp;<em>Venture &#8217;83<\/em> in M\u00fcnchen war ein wegbereitender Kongress in dem&nbsp;neue M\u00f6glichkeiten und Probleme bez\u00fcglich der&nbsp;Unterst\u00fctzung von innovativen Unternehmen in Deutschland aufgezeigt und diskutiert wurden. Eduard Heilmayr, seiner Zeit Redakteur der Fachzeitschrift&nbsp;<em>Markt &amp; Technik<\/em>, arbeitet die Kernaussagen der namhaften Vortragsredner heraus, skizziert Chancen und Probleme im Detail und verdeutlich&nbsp;dem Leser, dass es auch schon 1983 gro\u00dfe Bem\u00fchungen gab, alternative Formen der Finanzierung f\u00fcr junge, innovative Unternehmen anzustossen.<br \/><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Knapp 230 Teilnehmer besuchten den Kongress f\u00fcr innovative Unternehmensgr\u00fcnder Venture &#8217;83 in M\u00fcnchen. Zirka 40 Prozent der Teilnehmer geh\u00f6rten Banken an, der gleiche Besucheranteil fiel auf Angeh\u00f6rige von Unternehmen oder Unternehmern. Eine Trennung nach Neugr\u00fcndern, Mitarbeitern von Klein- oder Mittelbetrieben beziehungsweise von Gro\u00dffirmen lie\u00df sich leider nicht vornehmen. Der zweit\u00e4gige Kongress war au\u00dfer zwei Einf\u00fchrungsvortr\u00e4gen in vier Themengruppen gegliedert: \u00bbDie technologischen Chancen\u00ab, \u00bbDie Investmentchancen\u00ab, \u00bbVenture Capital\u00ab und \u00bbDer Gang an die B\u00f6rse\u00ab. Zwei Workshops erg\u00e4nzten das Vortragsprogramm.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie k\u00f6nnen wir Neugr\u00fcndungen vorantreiben, aber gleichzeitig professioneller, also sicherer machen\u00ab, diese Frage stellte Professor Dr. Norbert Szyperski, Vorstandsvorsitzender der GMD, Gesellschaft f\u00fcr Mathematik und Datenverarbeitung und Lehrstuhlinhaber an der Universit\u00e4t K\u00f6ln an den Anfang seiner \u00dcberlegungen. In der Bundesrepublik sind nach Szyperskis Meinung zwar die Inventoren, also die Basisentwicklungen beispielsweise durch Erfinder stark, \u00bbdennoch ist deren industrielle Nutzung nicht zum Durchbruch gekommen\u00ab. Trotzdem g\u00e4be es, so Szyperski, f\u00fcr die Wirtschaft der BRD hier erneute Einstiegs- und Aufstiegsm\u00f6glichkeiten. Voraussetzung daf\u00fcr sind aber nach Ansicht Szyperskis Promotoren oder sogenannte M\u00e4zene.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausf\u00fchrlich begr\u00fcndete Szyperski im weiteren Verlauf seiner Rede die Notwendigkeit von Promotoren f\u00fcr erfolgreiche Neugr\u00fcndungen. Wichtige Voraussetzungen f\u00fcr einen M\u00e4zen sind nach Szyperskis Meinung, dass sie hohe Einsatzbereitschaft zeigen, das notwendige Wissen \u00fcber den Markt aufweisen und auch gen\u00fcgend Geduld gegen\u00fcber einem Neugr\u00fcnder aufbringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die volkswirtschaftliche Bedeutung von Neugr\u00fcndungen weist Mitveranstalter Dr. Alfred Prommer in seinen Ausf\u00fchrungen zum Thema \u00bbHerausforderung und Chancen f\u00fcr technologische Ventures in der Bundesrepublik Deutschland\u00ab hin. Prommer: \u00bbDas Umsetzen von technologischen Innovationen in unternehmerische Leistung ist f\u00fcr eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik f\u00fcr jede Industrienation unverzichtbar.\u00ab Innovation schaffe neue M\u00e4rkte, neue Industrien, neue Strukturen. \u00bbHier liegt\u00ab, so Prommer weiter, \u00bbdie Chance im Realisieren des Neuen.\u00ab Zum Durchsetzen der Innovation geh\u00f6rten dabei auch neue Industriestrukturen, \u00bbdie unter anderem auch durch Venture- Unternehmen gepr\u00e4gt werden\u00ab. Ihre Aufgabe sei die Nutzung und nicht die Entwicklung von Basistechnologien.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1983_11_11_Bild01.jpg\" data-lbwps-width=\"740\" data-lbwps-height=\"409\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1983_11_11_Bild01-300x166.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\"   class=\"wp-image-819\"  src=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1983_11_11_Bild01.jpg\"    alt=\"1983_11_11_M&amp;T45_he-Artikel_Venture-Congress-in-M\u00fcnchen_1\"  width=\"740\" height=\"409\" srcset=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1983_11_11_Bild01.jpg 740w, https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1983_11_11_Bild01-300x166.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr technologische Venture sind laut Prommer in der Bundesrepublik in gen\u00fcgendem Ma\u00dfe vorhanden. Ebenso seien auch die M\u00e4rkte vorhanden. Prommer sieht keinen Mangel an gr\u00fcndungswilligen und qualifizierten Venture-Unternehmen in Deutschland. Auch habe sich die M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Venture-Finanzierung in den letzten Monaten sprunghaft verbessert und werde sich auch in den n\u00e4chsten Monaten nach Meinung Prommers weiter verbessern. \u00bbAber\u00ab, so Prommer weiter, \u00bbVenture-Finanzierung ist ein anspruchsvolles Unternehmen, und nur durch qualifizierte Investoren kann ein nachhaltiger Erfolg sichergestellt werden.\u00ab Neben der Finanzierung brauche deshalb der Markt ein qualifiziertes Venture-Management, das die Venture-Beurteilung und die Betreuung des Venture-Investments durchf\u00fchre. \u00bbHier wird in der BRD in n\u00e4chster Zeit ein Engpass sein.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Die technologischen Chancen \u2013 unter dieses Motto stellten die Veranstalter die n\u00e4chste Vortragsreihe. Der erste Redner, Dr. David Crockett, Pr\u00e4sident des renommierten kalifornischen Marktforschungsinstituts Dataquest, bewies mit umfangreichem Zahlenmaterial die technologischen Wachstumsm\u00e4rkte der Zukunft: Personal Computer und Telekommunikation. Crockett zufolge werde sich der Weltmarkt f\u00fcr Personal Computer von 9,125 Milliarden Dollar 1983 innerhalb von f\u00fcnf Jahren auf 63,5 Milliarden Dollar vervielfachen. Dies entspricht einer durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Wachstumsrate von 47,4 Prozent. Der Markt teile sich dabei etwa zur H\u00e4lfte auf die Vereinigten Staaten und den Rest der Welt auf. \u00c4hnlich g\u00fcnstige Wachstums- vorhersagen prognostizierte Crockett auch f\u00fcr den Bereich Telekommunikation. Lokale Netzwerke, Daten\u00fcbertragung \u00fcber lokale Telefonleitungen und Fernverbindungen werden hier wesentlich dazu beitragen, die Wachstumsprognosen zu erf\u00fcllen. \u00bbWir stehen an der Schwelle von gro\u00dfen Chancen\u00ab, so das Fazit von Dr. Crockett.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDie Chance Mikrocomputer\u00ab legte Markt &amp; Technik Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Otmar Weber in seinem Vortrag noch einmal ausf\u00fchrlich dar. \u00bbWas wir heute erleben, ist erst der Anfang einer riesengro\u00dfen Computerwelle\u00ab, so Weber. Dabei gehe es darum, den Computer nicht unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsplatzvernichtung zu sehen, sondern, f\u00e4hrt Weber fort \u00bbmit dem Bewusstsein, dass der Vormarsch der Computer nicht aufzuhalten ist, und dass unsere Zukunftschancen vom rechtzeitigen Einstieg in die neue &#8218;Computerwelt&#8216; abh\u00e4ngt.\u00ab Nicht so sehr die derzeitige Umsatzgr\u00f6\u00dfe ist dabei nach Webers Meinung beachtenswert, sondern die Geschwindigkeit, mit der die Personal Computer nach sechs Jahren Existenz eine 25 Jahre alte Minicomputer- oder eine 40 Jahre alte Gro\u00dfcomputerindustrie eingeholt h\u00e4tte. Wesentlich beeinflusst wurde, so Weber, dieses starke Wachstum von zwei Komponenten: durch den Einstieg von IBM 1981 in das Personal Computer-Gesch\u00e4ft und die drastischen Preissenkungen bei Heimcomputern in den letzten Jahren, \u00bbdie eine Welle ins Rollen gebracht haben\u00ab. Ausf\u00fchrlich geht Weber in seiner weiteren Rede auf die F\u00fchrungsposition von IBM auf den Personal Computer-Markt ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso wie die Hardware werde auch die Software nach Webers Einsch\u00e4tzung einen Boom erleben: \u00bbDie weltweiten Software-Ums\u00e4tze werden von 1,2 Milliarden Dollar im Jahr 1982 auf 11 Milliarden Dollar 1987 steigen. Dies bedeutet ein j\u00e4hrliches Wachstum von durchschnittlich 55 Prozent.\u00ab Der Softwaremarkt au\u00dferhalb der USA werde Webers Zahlenangaben zufolge von 240 Millionen Dollar auf 3,3 Milliarden Dollar steigen. Die interessantesten Software-Marktsegmente seien dabei in der Reihenfolge ihrer zuk\u00fcnftigen Bedeutung: 1. Unterhaltung und Spiele, 2. Productivity Tools (Textverarbeitung, Datenbanken- und \u2013verwaltungen, Tabellenkalkulation, Grafik), 3. Anwendungssoftware (Standardl\u00f6sungen wie Buchhaltung und vertikale Branchenl\u00f6sungen), 4. Systemsoftware und technisch-wissenschaftliche Software (Sprachen, Dienstprogramme, Utilities und Ingenieuranwendungen), 5. Ausbildung, Schulung, Heimanwendungen (Software zur Benutzung f\u00fcr zu Hause und in der Schule).<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Dr. Klaus Neugebauer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Softlab, ist Software \u00bbnicht nur ein steigender Kostenfaktor, sondern auch Mangelware\u00ab, Neugebauer begr\u00fcndet dies mit einem wesentlich schneller steigenden Bedarf als Software-Entwicklungskapazit\u00e4t zur Verf\u00fcgung steht. So steige laut Neugebauer die Entwicklungskapazit\u00e4t und \u2013produktivit\u00e4t der Software pro Jahr lediglich um 4 Prozent, die j\u00e4hrliche Software-Nachfrage steige um das Drei- bis F\u00fcnffache. Dies bedeute, dass klassische Datenverarbeitungsanwender externe Software-Lieferanten ben\u00f6tigen. F\u00fcr einen externen Software-Anbieter ist es nach Neugebauers Erfahrungen aber ein schwierig zu bew\u00e4ltigendes Problem, die erheblichen Vorfinanzierungen f\u00fcr eine Software-Entwicklung zu leisten: \u00bbHier werden gro\u00dfe Mengen von Kapital ben\u00f6tigt.\u00ab Unter anderem ist dies ein Grund, so Neugebauer, dass 15 bis 20 Prozent der Neugr\u00fcndungen in diesem Bereich in den ersten zwei Jahren scheitern. Weitere Gr\u00fcnde sind: fehlendes Risiko, fehlendes Marketing (nicht nur technisches Know-how ist erforderlich), fehlendes Rechnungswesen zum Einsatz als F\u00fchrungsinstrument, fehlende interne Unternehmensorganisation und fehlendes Vertragsmanagement (mangelnde wirtschaftliche F\u00e4higkeiten ein Angebot zu erstellen). Zusammengefasst seien dies nach Neugebauers Meinung auch die Anforderungen, die der Markt an Neugr\u00fcnder auf diesem Gebiet stellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Thema \u00bbDie Investmentchancen\u00ab sprach Peter Rosenbeck, Mitinhaber der Firma Rausch &amp; Rosenbeck, Gesellschaft f\u00fcr Unternehmensentwicklung, \u00fcber den \u00bbFinanzierungsbedarf f\u00fcr Venture-Unternehmen\u00ab. Eine wesentliche Rolle im Venture-Capital-Gesch\u00e4ft spiele der Gesch\u00e4ftsplan. Rosenbeck: \u00bbW\u00e4hrend die meisten Anlageentscheidungen, insbesondere der von Banken und anderen institutionellen Anlegern, vergangenheitsbezogen aufgrund von Bilanzen, T\u00e4tigkeitsberichten und so weiter getroffen werden, m\u00fcssen sich Venture Capitalisten mit zukunftsbezogenen Daten auseinandersetzen.\u00ab Dies habe zur Folge, so Rosenbeck, dass Gesch\u00e4ftspl\u00e4ne eines Unternehmens als ein wichtiges Entscheidungskriterium f\u00fcr eine Investition herangezogen werden m\u00fcssen. \u00bbDer Venture Capitalist muss in der Lage sein, die ihm vorgelegten Planungen, Marktzahlen und sonstige zukunftsbezogenen Werte aus eigener Erfahrung kompetent zu beurteilen.\u00ab Aus einem Gesch\u00e4ftsplan sollten deshalb immer Zielsetzung und Produkt, Angaben zum Background des Managements, Marketingplan und Finanzplan gut ersichtlich sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Umfrage Rosenbecks unter 145 Venture-Capital-Firmen, aus welchen Gr\u00fcnden eine Finanzierung abgelehnt wurde, kam zu folgenden Ergebnissen: 71 Prozent gaben als Grund \u00bbschwaches Management\u00ab an, mit deutlichem Abstand folgten \u00bbProjekt passt nicht zur Investitionsphilosophie (20 Prozent), Gesch\u00e4ftsplan beziehungsweise Analyse \u00bbschwach\u00ab (13 Prozent), Projekt nicht durchf\u00fchrbar (12 Prozent) und unbestimmte Marktchancen mit 9 Prozent. Es gelte, Rosenbeck weiter, dass ein gutes Management auch ein mittelm\u00e4\u00dfiges Projekt zum Erfolg f\u00fchren k\u00f6nnte, \u00bbw\u00e4hrend ein schwaches Management selbst ein vorz\u00fcgliches Produkt mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit `in den Sand setzen\u00b4 wird.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Daran ankn\u00fcpfend beschreibt Thomas K\u00fchr, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Genes, Gr\u00fcndungsberatung und Managementservice, die \u00bbfinanzpolitischen Instrumentarien\u00ab f\u00fcr den Unternehmer. \u00bbDie Grundbegriffe der Finanzierung sind f\u00fcr einen Neugr\u00fcnder die Voraussetzung f\u00fcr den Erfolg\u00ab, betont K\u00fchr. Die Entscheidung, welche der m\u00f6glichen Finanzierungsformen gew\u00e4hlt wird, welche Bestimmungsfaktoren zur Eigen- und Fremdkapitalbildung angelegt werden k\u00f6nnen,&nbsp;das Wissen um die Funktion des Eigen- und Fremdkapitals, setzen Kenntnisse voraus, die Gr\u00fcndern von technologieorientierten Unternehmen nach K\u00fchrs Erfahrungen h\u00e4ufig fehlten. K\u00fchr nennt in seinem Vortrag zehn Finanzierungsgebote, die Venture-Unternehmen in jeden Fall beachten sollten. So sollte beispielsweise die Relation zwischen Eigen- und Fremdkapital von mindestens 1\/3 zu 1\/3 sich innerhalb absehbarer Zeit in ein Verh\u00e4ltnis von\u00bd zu \u00bd entwickeln. Weiterhin d\u00fcrften bei der Ermittlung des Finanzbedarfs in der Kostenplanung f\u00fcr Investitionen und Betriebsmittel auch die Anlaufverluste nicht vergessen werden. F\u00fcr eine \u00bbgesunde\u00ab Finanzierung sollte ebenfalls bei der Liquidit\u00e4tssicherung auch ausreichende Liquidit\u00e4tsressourcen zur Verf\u00fcgung stehen. Die Finanzierung von langfristigen Anlagen d\u00fcrften nicht mit kurzfristigen Krediten vorgenommen werden. Und \u00bblast but not least\u00ab sollte ein Existenzgr\u00fcnder sich auch \u00fcber m\u00f6gliche Alternativen bei der Suche nach Kapital informieren, r\u00e4t K\u00fchr.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine m\u00f6gliche \u00bbKapitalquelle\u00ab f\u00fcr Neugr\u00fcnder sind diverse F\u00f6rderprogramme des Staates. Eine Zielsetzung des im Sommer dieses Jahres vom BMFT gestarteten Modellversuchs zur F\u00f6rderung technologieorientierter Unternehmensgr\u00fcndungen, kurz TOU, beschreibt in seinem Vortrag Uwe Thomas, Leiter der Unterabteilung Informations- und Produktionstechnik, Innovationsf\u00f6rderung, im Bundesministerium f\u00fcr Forschung und Technologie: \u00bbEin Ziel des TOU-Modells ist der Versuch, die notwendigen Voraussetzungen f\u00fcr die Bildung einer Venture-Capital-Infrastruktur zu schaffen: gen\u00fcgend stark technologieorientierte Jungunternehmen, die den entsprechenden Kapitalbedarf aufweisen und attraktive Renditen versprechen.\u00ab Zu ber\u00fccksichtigen sei jedoch, betont Thomas, dass die finanziellen und personellen Ressourcen in der Bundesrepublik f\u00fcr innovative Neugr\u00fcndungen wesentlich geringer seien als beispielsweise in den USA oder Japan. Um Risikokapital in gr\u00f6\u00dferem Umfang investieren zu k\u00f6nnen, seien der deutsche Markt und die erzielbaren Ertr\u00e4ge zu gering. \u00bbWir brauchen den Zugang zu den europ\u00e4ischen und weltweiten M\u00e4rkten\u00ab, fordert deshalb Thomas.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberzeugung, dass durch die Ansiedlung von High-Technologie-Unternehmen langfristig zukunftstr\u00e4chtige Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden, hat beim Berliner Senat f\u00fcr Wirtschaft und Verkehr zur Entwicklung einer Reihe von Investitionsanreizen auf diesem Sektor gef\u00fchrt. So wurde im Rahmen des \u00bbStrukturprogramms zur Schaffung neuer Arbeitspl\u00e4tze in Berlin\u00ab im Juni vergangenen Jahres ein sogenannter \u00bbInnovationsfonds\u00ab ins Leben gerufen. Durch diesen Fond werden bei bestehenden &#8211; Unternehmen die Produktionsaufbau- und Markteinf\u00fchrungsphase neuer Produkte mitfinanziert. Aber auch Gr\u00fcndern stellt der Innovationsfond Kapital f\u00fcr alle Phasen des Innovationsprozesses zur Verf\u00fcgung. Die F\u00f6rderung l\u00e4uft als stille Beteiligung, Darlehen oder bedingt r\u00fcckzahlbarer Zuschuss. Senatsdirektor Dr. G\u00fcnter Rexrodt: \u00bbUnsere Erwartungen haben sich erf\u00fcllt. Wir haben 13 Unternehmen mit einem F\u00f6rdervolumen von 6,7 Millionen Mark gef\u00f6rdert.\u00ab Rexrodt begr\u00fc\u00dft dar\u00fcber hinaus den Entschluss von einigen Berliner Banken, eine Venture-Capital-Gesellschaft mit insgesamt 10 Millionen Mark Kapital auf privater Basis zu gr\u00fcnden. Schon Anfang n\u00e4chsten Jahres sollen innovativen Berliner Unternehmen Gelder als haftendes Risikokapital angeboten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie schwer sich doch nach wie vor die Banken mit dem neuen Gesch\u00e4ft \u00bb Venture Capital\u00ab tun, geht aus den Worten von Martin P\u00fctz, stellvertretender Direktor bei der Industriekreditbank in D\u00fcsseldorf, hervor: \u00bbEs darf und kann nicht Aufgabe der Banken sein, ein Unternehmerrisiko zu \u00fcbernehmen. Zumal Chancen und Risiken ungleichm\u00e4\u00dfig verteilt sind. Ist die Innovation erfolgreich, profitieren die Banken nur in der H\u00f6he ihrer Zinsmargen; scheitert das Projekt dagegen, verlieren sie unter Umst\u00e4nden die gesamte Kreditsumme. Hier sind andere Finanzierungsinstrumente notwendig.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pdfjsblock-pdfjs-embed pdfjs-wrapper\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1983_11_11_MT45_he-Artikel_Venture-Congress-in-Muenchen_1.pdf\">1983_11_11_M&amp;T45_he-Artikel_Venture-Congress-in-M\u00fcnchen_1<\/a><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1983_11_11_MT45_he-Artikel_Venture-Congress-in-Muenchen_1.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die&nbsp;Venture &#8217;83 in M\u00fcnchen war ein wegbereitender Kongress in dem&nbsp;neue M\u00f6glichkeiten und Probleme bez\u00fcglich der&nbsp;Unterst\u00fctzung von innovativen Unternehmen in Deutschland aufgezeigt und diskutiert wurden. Eduard Heilmayr, seiner Zeit Redakteur der Fachzeitschrift&nbsp;Markt &amp; Technik, arbeitet die Kernaussagen der namhaften Vortragsredner heraus, skizziert Chancen und Probleme im Detail und verdeutlich&nbsp;dem Leser, dass es auch schon 1983 gro\u00dfe &#8230; <a title=\"Silicon Valley? We are Germany! Die Venture &#8217;83 in M\u00fcnchen\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/silicon-valley-we-are-germany-die-venture-83-in-muenchen\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Silicon Valley? We are Germany! 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