{"id":453,"date":"2015-09-28T10:44:07","date_gmt":"2015-09-28T08:44:07","guid":{"rendered":"https:\/\/friebeismus.delphin-consult.eu\/?p=453"},"modified":"2020-11-04T08:52:55","modified_gmt":"2020-11-04T07:52:55","slug":"die-technologiestiftung-schleswig-holstein-von-anfang-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/die-technologiestiftung-schleswig-holstein-von-anfang-an\/","title":{"rendered":"Die Technologiestiftung Schleswig-Holstein von Anfang an"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer kurzweiligen Rede schilderte Dr. J\u00f6rg Biel, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer i.R. der Industrie- und Handelskammer in Kiel, die Entwicklung des Technologiestiftung Schleswig-Holsteins (TSH). Anlass dazu war die Verabschiedung des jetzigen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers der TSH Prof. Hans-J\u00fcrgen Block. Biel liess es sich nicht nehmen, auch Gr\u00fcndungsdirektor Klaus-Peter Friebe zu charakterisieren: &#8222;&#8230; Ich habe selten einen Menschen erlebt, der es mit unkonventionellen Ideen, mit einer einer enormen Durchsetzungskraft und gro\u00dfer Konfliktbereitschaft verstand, die Leute mitzurei\u00dfen und zu bewegen&#8230;&#8220;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>Kieler Energiediskurs<br \/>Spezial<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Verabschiedung von Prof. Hans-J\u00fcrgen Block<br \/>28. September 2015, 15.30 Uhr<br \/>Landeshaus<br \/>Schleswig-Holstein-Saal<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>\u201eTSH und ISH &#8211; war das was f\u00fcr die Wirtschaft?&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sehr geehrte Herren Habeck, Austermann und Bottl\u00e4nder,<br \/>sehr geehrte Damen und Herren Mitg\u00e4ste<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor allem sehr geehrter, lieber Herr Prof. Block,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre pers\u00f6nliche, berufliche Geschichte ist neben der Energie auch eng verbunden mit der des Technologietransfers in Schleswig-Holstein. Deshalb lassen Sie mich, bevor ich die Frage beantworte, ob die TSH und die ISH etwas f\u00fcr die Wirtschaft waren, auf diese Geschichte eingehen. Denn ohne diese Geschichte w\u00e4re die Bildung der TSH und sp\u00e4ter der ISH nicht verst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahre 1978 wurde der organisierte Technologietransfer f\u00fcr Schleswig-Holstein quasi erfunden, nachdem er vorher nur in Festreden von Politikern und anderen \u00f6ffentlichen Akteuren erw\u00e4hnt wurde oder eben ganz im Verborgenen einfach stattfand. Denn in diesem Jahr wurde die Beratungsstelle f\u00fcr Innovation- und Technologietransfer &#8211; kurz: BITT &#8211; als Verein gegr\u00fcndet. Die drei IHKs, die beiden Handwerkskammern waren Gr\u00fcndungsmitglieder. Da zur Vereinsgr\u00fcndung sieben geh\u00f6ren, machten das Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft (RKW) und die Landesgarantiekasse, die heutige B\u00fcrgschaftsbank, mit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die BITT besch\u00e4ftigte einen Ingenieur und eine Halbtagssekret\u00e4rin. Das Land trug die H\u00e4lfte der Kosten. Die Vereinsmitglieder legten die H\u00e4nde in den Scho\u00df, denn die Aufgabe war erkannt und eine L\u00f6sung umgesetzt worden. Nun sollte alles zum Besten werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies \u00e4nderte sich erst im Jahre 1985, als ein Referent im Wirtschaftsministerium auf die Idee kam, die Auftragsberatungsstelle nicht mehr mit Landesmitteln zu f\u00f6rdern und die eingesparten Mittel in den Technologietransfer zu stecken. Er \u00fcberredete die Vereinsmitglieder, Ihre Mittel ebenfalls zu erh\u00f6hen. Die BITT wuchs auf insgesamt vier, sp\u00e4ter sogar f\u00fcnf Personen. Wiederum waren die Vereinsmitglieder mit sich und der Welt zufrieden &#8211; vorerst. Denn die IHK zu Kiel bohrte als Federf\u00fchrer Technologie st\u00e4ndig nach, sowohl bei den Vereinsmitgliedern als auch im Wirtschaftsministerium, weil sich Technologietransfer nur sehr schlecht mit Hilfe einer Vereinsstruktur organisieren bzw. anregen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber eine Episode m\u00f6chte ich aber doch noch berichten. Sie zeigt n\u00e4mlich, dass auch die BITT durchaus Positives geleistet hat. Denn als der Bund Ende der 80er Jahre das Computer Integrated Manufacturing f\u00f6rderte, fehlte in Schleswig-Holstein der Ansprechpartner und Mitfinancier daf\u00fcr. Das Kultusministerium wollte keine Hochschule f\u00f6rdern, das Wirtschaftsministerium wohl. Da aber ein Ministerium nicht eine Institution f\u00f6rdern darf, die einem anderen Ministerium untersteht, sprang die BITT ein. Die Mitarbeiter des CIM TT, das an der FH Kiel entstand, wurden Mitarbeiter der BITT und arbeiteten an der FH Kiel. So wurden die formalen H\u00fcrden \u00fcberbr\u00fcckt &#8211; ein Vorgehen, das heute sicherlich nicht mehr m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00dcberlegungen zur Weiterentwicklung des organisierten Technologietransfers m\u00fcndeten in dem Ergebnis, aus dem Verein eine GmbH zu machen und dieser mehr Kompetenzen und finanzielle Mittel zu geben. Zwischen den Vereinsmitgliedern bestand aber Uneinigkeit, die dazu f\u00fchrte, dass die Handwerkskammern sich aus dem Prozess zur\u00fcckzogen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zu diesen \u00dcberlegungen begannen Gespr\u00e4che zum Verkauf der Anteile des Landes Schleswig-Holstein an der Howaldtswerke Deutsche Werft AG. Das hatte zun\u00e4chst nichts mit dem Technologietransfer zu tun, doch sp\u00e4ter schon. Denn von Seiten der Wirtschaft &#8211; vor allem von den IHKs &#8211; wurde vehement gefordert, die dadurch zu erl\u00f6senden Mittel nicht in den allgemeinen Haushalt flie\u00dfen zu lassen &#8211; dann w\u00e4ren sie sehr schnell weg gewesen, sondern sie der Wirtschaftsf\u00f6rderung dauerhaft zur Verf\u00fcgung zu stellen. Gedacht war nicht an einzelbetriebliche Investitionsf\u00f6rderungen oder \u00c4hnliches, sondern an den Technologietransfer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Diskussionen waren intensiv, denn im Landtag stie\u00df dieses Ansinnen durchaus nicht \u00fcberall auf Gegenliebe. Wirtschaftsministerium und Wirtschaft blieben aber einig und es gelang tats\u00e4chlich, die knapp 40 Mio. Euro aus dem HDW-Anteilsverkauf f\u00fcr solche Zwecke zu retten. Denn diese wurden 1991 als Stiftungskapital in die Technologiestiftung Schleswig-Holstein (TSH) eingebracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die IHKs war damit allerdings ein kleiner Wermutstropfen verbunden, denn sie w\u00fcnschten sich f\u00fcr die ebenfalls 1991 zu gr\u00fcndende Technologie-Transfer-Zentrale (ttz) eigentlich das Wirtschaftsministerium direkt als Gesellschafter der GmbH mit 50% Anteil. Diese Rolle \u00fcbernahm dann aber die TSH, was sich im Nachhinein zwar als sehr gut herausstellte, doch zun\u00e4chst wurde dadurch ein sehr wichtiger Schritt hinausgez\u00f6gert: Denn Ziel der Wirtschaft war es, auch die unternehmensorientierte Technologief\u00f6rderung von der ttz entscheiden und abwickeln zu lassen. Das dauerte aufgrund des Beharrungsverm\u00f6gens in der Verwaltung dann doch ein wenig l\u00e4nger als erhofft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t (CAU) war parallel zu all diesen Ereignissen die neue Technische Fakult\u00e4t im Aufbau, die die ingenieurwissenschaftlichen Studieng\u00e4nge an den anderen Hochschulen im Lande erg\u00e4nzen und verfeinern sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Technologietransfer in Schleswig-Holstein konnte nun in Schwung kommen. Die erweiterten Aufgaben, die die ttz erhielt, und die neuen Ziele, die die TSH verfolgen sollte, bildeten daf\u00fcr die Grundlage. Im Gesetz \u00fcber die Errichtung der Stiftung vom 02.07.1991 hei\u00dft es unter anderem: Die TSH soll mit ihren F\u00f6rderprojekten, Studien und Veranstaltungen der technologischen Entwicklung im Lande dienen und die Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Wirtschaft durch Technologietransfer unterst\u00fctzen. Also los!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass es dann auch tats\u00e4chlich begann, daf\u00fcr sorgte eine besondere Pers\u00f6nlichkeit &#8211; n\u00e4mlich der erste Direktor der TSH Klaus-Peter Friebe. Ich habe selten einen Menschen erlebt, der es mit unkonventionellen Ideen, mit einer enormen Durchsetzungskraft und gro\u00dfer Konfliktbereitschaft verstand, die Leute mitzurei\u00dfen und etwas zu bewegen. Querdenken war und ist sein Lebenselixier. Und er verstand es, F\u00f6rdermittel nur dann zu verteilen, wenn Partner aus der Wirtschaft und der Wissenschaft zusammen arbeiteten &#8211; der Technologietransfer also direkt in die F\u00f6rderung eingebettet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Politik gewann in den 90er Jahren scheinbar Lust an der Gr\u00fcndung von Stiftungen. Denn im Jahre 1993 wurde neben der TSH die Energiestiftung Schleswig-Holstein (ESSH) gegr\u00fcndet. Das Stiftungskapital in H\u00f6he von gut 50 Mio Euro kam vom Land, der damaligen Preussen Elektra AG, der Schleswag und ein Jahr sp\u00e4ter der Stadtwerke Kiel. Hatte die Politik mit der Gr\u00fcndung der TSH ein Musterbeispiel daf\u00fcr geliefert, wie man \u00fcber den \u00f6ffentlichen Diskurs zu einem sehr guten Ergebnis kommen kann, wurden die dabei gewonnenen Erfahrungen bei der Gr\u00fcndung der ESSH leider nicht genutzt. Im Gegenteil &#8211; die Wirtschaft hatte das Gef\u00fchl, dass die ESSH unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit errichtet wurde und auch danach nicht sonderlich transparent agierte. Doch gab es durchaus einige \u00dcberschneidungen mit der T\u00e4tigkeit der TSH.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die TSH dagegen schn\u00fcffelte \u00f6ffentlich als \u201eTr\u00fcffelschwein&#8220; vorneweg, sp\u00fcrte neue Trends und Entwicklungen auf, die f\u00fcr Schleswig-Holstein interessant waren, formulierte aus den Erkenntnissen F\u00f6rderungsprogramme und brachte Akteure zusammen. Die ttz begleitete sie auf diesem Weg und versuchte, das breite technologische Spektrum in der schleswig-holsteinischen Wirtschaft und der Wissenschaft zusammen zu binden. Wie kennzeichnete doch der damalige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der ttz die Verbindung zwischen TSH und ttz? Er sagte: Wir versuchen, der TSH auf der Spur zu bleiben, die manches Mal schon hinter dem technologischen Horizont verschwunden ist!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das war die Arbeit f\u00fcr den Technologietransfer in den 90er Jahren. Aus Sicht der Wirtschaft war das ein guter Start mit Hilfe einer ausgewogenen Organisationsstruktur. Die Jahrtausendwende brachte personelle Ver\u00e4nderungen sowohl an der Spitze des Stiftungsrats als auch an der Spitze des operativen Teils der TSH mit sich. Favorit der Wirtschaft f\u00fcr die Stelle des Direktors der Technologiestiftung war von Anfang an jemand, der seine Kreativit\u00e4t schon bei einem anderen Projekt in Schleswig-Holstein bewiesen &#8211; wir h\u00f6rten gerade von der Fachhochschule Westk\u00fcste &#8211; und der mit der TSH bereits eng zusammengearbeitet hatte. Gemeint ist nat\u00fcrlich Prof. Hans-J\u00fcrgen Block, der zur umtriebigen TSH wechselte, ohne sich vorher einen R\u00fcckfahrschein zur Hochschule zu sichern. Er setzte die erfolgreiche Arbeit der TSH fort und sah zu Recht im Wandel das Best\u00e4ndige, wie das Vorwort zur 33. Ausgabe des Technologie-Dialogs im Jahre 2001 \u00fcberschrieben war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Jahr markierte auch das 10-j\u00e4hrige Bestehen der TSH. \u201eSeit 1991 gibt es in Schleswig-Holstein eine gute Adresse, wenn es darum geht, Wissenschaft und Wirtschaft zur Kooperation anzustiften, um Potenziale der Wissenschaft f\u00fcr die Wirtschaft n\u00fctzlich zu machen&#8220;, stellten der Stiftungsratsvorsitzende, Staatssekret\u00e4r Michael Rocca, und der Stiftungsdirektor Prof. Hans-J\u00fcrgen Block klar. Und aus Sicht der Wirtschaft war dem nichts hinzuzuf\u00fcgen. Zugleich versprachen Beide: \u201eDie TSH kann Unkonventionelles bef\u00f6rdern und neue Instrumente entwickeln. Wir freuen uns \u00fcber Ihre Ideen und Unterst\u00fctzung! Zukunftsweisenden Vorhaben helfen wir gern auf den Weg!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wenn man sich erinnert, was in dieser Zeit alles bewegt wurde, glaubt man diesen Worten ohne jede Einschr\u00e4nkung. Ich erinnere nur an<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>den Design-Preis,<\/li><li>den Aufbau der Studienrichtung \u201eMikrosystemtechnik&#8220; an der FH L\u00fcbeck,<\/li><li>die F\u00f6rderung einer Stiftungsprofessur an der FH Wedel f\u00fcr die \u201eMedienInformatik&#8220;,<\/li><li>das Projekt \u201eSchulen ans Netz&#8220;,<\/li><li>die F\u00f6rderung von Kooperationsprojekten z.B. zum Thema \u201eElektrochrome Schichten&#8220; mit der Technischen Fakult\u00e4t der CAU,<\/li><li>die F\u00f6rderung des Projektes \u201eVirtual Prototyping&#8220; mit der FH Flensburg,<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">um nur einen kleinen Ausschnitt der Aktivit\u00e4ten zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die TSH feierte ihr Jubil\u00e4um \u00fcbrigens gemeinsam mit der ttz. Beide Institutionen wurden von der damaligen Ministerpr\u00e4sidentin Heide Simonis f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit besonders gelobt, sie h\u00e4tten das Land im vergangenen Jahrzehnt buchst\u00e4blich umgekrempelt. Der Stiftungsratsvorsitzende betonte die Rolle der TSH als \u201eanstiftende Denkschmiede&#8220;, die hervorragend durch die operativ t\u00e4tige ttz erg\u00e4nzt werde. In diesem Zusammenhang hob er den \u201eInteressengleichklang&#8220; mit den IHKs als vorbildlichen und wichtigen Beitrag f\u00fcr die technologische Entwicklung des Landes hervor &#8211; wie Recht er doch hatte, denn diese Zusammenarbeit war und ist noch deutschlandweit einmalig!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber es ging ja weiter! Die TSH konzentrierte sich auf Kooperationsprojekte in der Biotechnologie, der Medizintechnik, der Informations- und Kommunikationstechnik und den Materialwissenschaften. 2002 stiftete die TSH einen Lehrstuhl f\u00fcr Innovations- und Gr\u00fcndungsmanagement an der CAU. Anschubfinanzierungen f\u00fcr Existenzgr\u00fcnder mit interessanten technologischen Gesch\u00e4ftsideen wurden im Rahmen des e-Region-Programms der EU geleistet. Und es wurde ein neuer Schwerpunkt in Angriff genommen &#8211; n\u00e4mlich die St\u00e4rkung des Interesses junger Menschen an Naturwissenschaften und Technik. Das passt sehr gut zusammen mit den Aktivit\u00e4ten der Technischen Fakult\u00e4t der CAU, die seit Ende der 90er Jahre den Landeswettbewerb \u201eJugend forscht&#8220; organisiert. Neben den IHKs und einigen interessierten Unternehmen unterst\u00fctzt auch die TSH diesen Wettbewerb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch neben dem bereits erw\u00e4hnten Wandel ist nichts so best\u00e4ndig wie der Drang der Politik, Strukturen zu ver\u00e4ndern. Inhalte sind meist nicht das Thema. Ein solches Ereignis stand im Jahre 2004 an. Denn die Landesregierung wollte nicht nur die Wirtschaftsf\u00f6rderungsgesellschaft, die seit Jahrzehnten Schleswig-Holstein als Ansiedlungsland vermarktet hatte, und die Technologietransferzentrale (ttz) fusionieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein &#8211; auch die beiden Stiftungen TSH und ESSH, die erst in den 90er Jahren entstanden waren, sollten zusammengelegt werden. Der operative Teil des Technologietransfers in Schleswig-Holstein soll uns heute nicht weiter besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stiftungen sind hier aber von Interesse, hat doch Prof. Block die letztlich fusionierte Stiftung, die dann Innovationsstiftung (ISH) hie\u00df, bis zu deren Ende geleitet. Die IHKs im Lande hatten schon sehr fr\u00fchzeitig angeregt, die TSH und die ESSH zusammen zu legen. Denn es fiel auf, dass es sehr viele \u00dcberschneidungen in den Aufgabenfeldern gab. Wer k\u00f6nnte auch ernsthaft bezweifeln, dass zur Beantwortung von Energiefragen Technologie notwendig ist und dass auch Innovationen ben\u00f6tigt werden? Die unterschiedliche Ressortzust\u00e4ndigkeit stand allerdings einer Fusion bisher im Wege.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem konnte sich jeder in der Wirtschaft freuen \u00fcber eine neue Institution, die sich im kleinen Schleswig-Holstein doch relativ gro\u00df bemerkbar machen musste. Denn immerhin sollten die Stiftungsverm\u00f6gen zusammen gelegt werden. Das erg\u00e4be nach Adam Riese ungef\u00e4hr 90 Mio. Euro. Doch da war eher der Wunsch Vater des Gedankens, denn es kamen lediglich gut 70 Mio. Euro zusammen. Die ESSH konnte nicht mehr ihr urspr\u00fcngliches Kapital einbringen, denn sie hatte, wie es im Landtag vorsichtig ausgedr\u00fcckt wurde, bei ihrer Verm\u00f6gensanlage nicht immer eine gl\u00fcckliche Hand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch unterschieden sich die Strukturen von TSH und ESSH ganz beachtlich. Dies m\u00f6gen die Personalkosten am Gesamtbudget verdeutlichen, die bei der TSH bei 11% lagen, w\u00e4hrend sie bei der ESSH mit 23% mehr als doppelt so hoch waren. Im Landtag und seinen zust\u00e4ndigen Aussch\u00fcssen wurde \u00fcber die Fusion lange diskutiert. Themen waren haupts\u00e4chlich<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>das Stiftungskapital und Richtlinien zu dessen Anlage,<\/li><li>die Aufgaben der neuen Innovationsstiftung ISH,<\/li><li>langfristige Bindungen wie Mietvertr\u00e4ge,<\/li><li>die Bef\u00fcrchtung, dass Landesaufgaben und deren Finanzierung auf die Stiftung \u00fcbertragen werden sollten und &#8211; wen wundert das? &#8211;<\/li><li>die Zusammensetzung des Stiftungsrates.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letztlich bestand der Stiftungsrat aus 15 Mitgliedern, davon vier Staatssekret\u00e4re und f\u00fcnf Landtagsabgeordnete. Die Hochschulen waren genauso mit zwei Vertretern dabei wie die privaten Stifter der ESSH. Der DGB und die IHKs vervollst\u00e4ndigten den Stiftungsrat mit jeweils einem Vertreter. Was f\u00fcr ein Gremium? Man konnte den Eindruck gewinnen, dass einzig der Landtag und die Landesregierung f\u00fcr den Technologietransfer und Innovationen im Lande zust\u00e4ndig waren bzw. werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wohl nicht gerade wegen der Gr\u00f6\u00dfe sondern wohl eher trotz der Gr\u00f6\u00dfe dieses Gremiums &#8211; und der Durchsetzungskraft des Direktors &#8211; hat die Innovationsstiftung in den Aufgabenfeldern Schn\u00fcffeln nach neuen f\u00fcr Schleswig-Holstein relevanten Technologien, Energie- und Klimaschutz, Aufbau von Fachkompetenz auf Gebieten mit wirtschaftlichem Potenzial, F\u00f6rderung von Innovationen durch Technologietransfer, Existenzgr\u00fcndung aus der Wissenschaft und Kooperation von Schulen mit Hochschulen und Wirtschaft Erstaunliches geleistet. Ich erinnere nur beispielhaft an<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>das Programm Hochschule-Wirtschaft-Transfer, kurz HWT,<\/li><li>an das F\u00f6rderprogramm \u201el\u00fcttlng.&#8220;,<\/li><li>die ISH-Transferpr\u00e4mie zur Auszeichnung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlernf\u00fcr besondere Technologietransferleistungen,<\/li><li>die Energieolympiade f\u00fcr Kommunen,<\/li><li>die Stiftung einer Professur in der Milch- und Ern\u00e4hrungswirtschaft gemeinsam mit anderen Akteuren,<\/li><li>die Errichtung eines Ausstellungshauses in Neum\u00fcnster zu den Themen Heizen, D\u00e4mmen, Stromsparen und Geb\u00e4udeautomation<\/li><li>die Stiftung einer Professur f\u00fcr Windenergie an der FH Flensburg und<\/li><li>nicht zuletzt an die Patenschaft f\u00fcr den Wettbewerb \u201eJugend forscht&#8220;.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die mir gestellte Frage zu beantworten, sei hier deutlich festgestellt, auch die ISH hat in den Augen der Wirtschaft eine hervorragende Arbeit geleistet und Impulse in die Wirtschaft gegeben. Deshalb war auch sie etwas f\u00fcr die Wirtschaft!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Landesregierung bewertete die T\u00e4tigkeit der ISH genau wie die Wirtschaft als erfolgreich &#8211; und hat sie trotzdem aufgel\u00f6st. Damit ist genau das passiert, was im Jahre 1991 hatte verhindert werden k\u00f6nnen &#8211; n\u00e4mlich die Einverleibung gro\u00dfer Teile des Stiftungsverm\u00f6gens in den allgemeinen Haushalt des Landes. Allerdings sei auch daran erinnert, dass der Erl\u00f6s aus dem Verkauf der HDW-Anteile immerhin zwei Jahrzehnte erfolgreich f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung des Landes eingesetzt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor der Aufl\u00f6sung der ISH gab es aber noch reichlich Diskussionen, denn die E.ON Hanse als privater Stifter wollte ihre T\u00e4tigkeit als Stifter gern fortsetzen. Aber die Landesregierung war entschlossen, die ISH aufzul\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies geschah dann im Jahre 2011. Was nun? Prof. Block und seinen Mitstreitern gelang es zumindest, wichtige Teile der Arbeit der ISH in ein neues Konstrukt zu \u00fcberf\u00fchren. Die gemeinn\u00fctzige Gesellschaft f\u00fcr Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein wurde gegr\u00fcndet. Selbstverst\u00e4ndlich konzentriert sich deren Arbeit ohne die Gelder des Landes ausschlie\u00dflich auf Fragen der Energieforschung und -anwendung. Diese Arbeit wird auch nach dem Ausscheiden von Prof. Block weitergef\u00fchrt werden. Meinem ehemaligen IHK-Kollegen Stefan Sievers w\u00fcnsche ich f\u00fcr diese Aufgabe alles erdenklich Gute. M\u00f6ge die EKSH weiterhin segensreich f\u00fcr die schleswig-holsteinische Energieforschung und -anwendung t\u00e4tig sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prof. Block danke ich abschlie\u00dfend sehr herzlich f\u00fcr die immer sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den IHKs. Genie\u00dfen Sie Ihren Unruhestand. Denn dass ein Mensch wie Sie sich zur Ruhe setzt, kann ich einfach nicht glauben.<\/p>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2015\/10\/2015-09-28_Rede-Joerg-Biel_HGF-IHK_Geschichte-TSH.pdf\">2015-09-28_Rede-J\u00f6rg-Biel_HGF-IHK_Geschichte-TSH<\/a><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2015\/10\/2015-09-28_Rede-Joerg-Biel_HGF-IHK_Geschichte-TSH.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer kurzweiligen Rede schilderte Dr. J\u00f6rg Biel, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer i.R. der Industrie- und Handelskammer in Kiel, die Entwicklung des Technologiestiftung Schleswig-Holsteins (TSH). Anlass dazu war die Verabschiedung des jetzigen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers der TSH Prof. Hans-J\u00fcrgen Block. 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