{"id":1100,"date":"1986-09-19T10:24:11","date_gmt":"1986-09-19T08:24:11","guid":{"rendered":"https:\/\/friebeismus.delphin-consult.eu\/?p=1100"},"modified":"2020-11-04T09:11:25","modified_gmt":"2020-11-04T08:11:25","slug":"artikel-mehr-fachleute-benoetigt-die-untersuchung-des-vdi-technologiezentrums-zur-situation-der-mikroelektronik-anwendung-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/artikel-mehr-fachleute-benoetigt-die-untersuchung-des-vdi-technologiezentrums-zur-situation-der-mikroelektronik-anwendung-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Artikel: Mehr Fachleute ben\u00f6tigt! &#8211; Die Untersuchung des VDI-Technologiezentrums zur Situation der Mikroelektronik-Anwendung in Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das VDI-Technologiezentrum Berlin f\u00fchrte in den Jahren 1983 und 1984 eine detaillierte Studie \u00fcber die damalige Situation der&nbsp;Mikroelektronik-Anwendung in Deutschland durch.&nbsp;Ulrike M\u00e4ncher, seiner Zeit Redakteurin der Fachzeitschrift <em>Markt &amp; Technik<\/em>, pr\u00e4sentiert den Lesern ausf\u00fchrlich die Ergebnisse der Untersuchung. Unter anderem arbeitete die Autorin heraus, dass die Industrie nach viel mehr&nbsp;fach-qualifiziertem Personal verlangt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Kronzeuge f\u00fcr die \u00bbdritte industrielle Revolution\u00ab kann die Mikroelektronik, die in ihrer industriellen Anwendung eine rasante Entwicklung durchmachte und durchmacht, herangezogen werden. Im Rahmen einer Studie \u00fcber die Mikroelektronik-Anwendung in Deutschland stie\u00df man in diesem Zusammenhang auf einige grunds\u00e4tzliche Ergebnisse: Das gr\u00f6\u00dfte Problem im Bereich der Mikroelektronik-Anwendung ist der Mangel an Personal mit entsprechendem Fachwissen. Der zahlenm\u00e4\u00dfige Abbau von Industriearbeitspl\u00e4tzen ist weit weniger drastisch als angenommen. Fragen der Zukunft sind also nicht verlorene oder gewonnene Arbeitspl\u00e4tze, sondern die Qualit\u00e4t der Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterschieden wurde im Rahmen der Untersuchung, die vom VDI-Technologiezentrum Berlin durchgef\u00fchrt wurde, zwischen Unternehmen, die Mikroelektronik in ihren Produkten einsetzen (Produktanwender), und Unternehmen, die Mikroelektronik-funktionsbestimmte Automatisierungssysteme in ihren Fertigungsprozessen anwenden (Prozessanwender).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Basis einer statistischen Gewichtung der Stichprobenergebnisse &#8211; befragt wurden 1434 Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes mit 20 und mehr Besch\u00e4ftigten &#8211; lassen sich repr\u00e4sentativ f\u00fcr das gesamte Verarbeitende Gewerbe der Bundesrepublik Deutschland 12,8 Prozent der Unternehmen als Produktanwender und 47,5 Prozent als Prozessanwender klassifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt k\u00f6nnen 50,6 Prozent der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes als Mikroelektronik-Anwenderunternehmen angesehen werden. Bei dieser Prozentangabe ist zu ber\u00fccksichtigen, dass sie sich nicht aus einfacher Summenbildung von Produkt- und Prozessanwendern errechnen l\u00e4sst, da knapp 20 Prozent aller Mikroelektronik-Anwender sowohl Produkt- als auch Prozessanwender sind, das hei\u00dft beide Mikroelektronik-Anwendungsarten verzeichnen. Da sich diese Kategorie der \u00bbSowohl als auch\u00ab-Anwender als Schnittmenge aus allen Unternehmen mit Produkt- und Prozessanwendungen ergibt, wurde sie bei der Ermittlung aller Mikroelektronik-Anwenderunternehmen nur einmal ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Aufschl\u00fcsselung des Mikroelektronik-Anwendungs-Standes nach Betriebsgr\u00f6\u00dfenklassen zeigt, dass eine deutliche Abh\u00e4ngigkeit der Mikroelektronik-Anwendung von der Betriebsgr\u00f6\u00dfe besteht. W\u00e4hrend in der Betriebsgr\u00f6\u00dfenklasse \u00bb1000 und mehr Besch\u00e4ftigte\u00ab schon 93,5 Prozent der Unternehmen als Mikroelektronik-Anwender einzustufen sind, k\u00f6nnen von den kleinen Unternehmen mit bis zu 100 Besch\u00e4ftigten erst zirka 41 Prozent als Mikroelektronik-Anwender angesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Betrachtung des Mikroelektronik-Anwendungsstandes nach den verschiedenen Wirtschaftsgruppen des Verarbeitenden Gewerbes verdeutlicht, dass die Mehrzahl der Unternehmen mit Produktanwendungen dem Investitionsg\u00fcter-produzierenden Gewerbe zuzurechnen sind. Die Unternehmen mit Prozessanwendungen verteilen sich dagegen relativ gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber alle Branchen des Verarbeitenden Gewerbes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Aufgliederung der zuk\u00fcnftigen Einsatzpotentiale nach Branchen beziehungsweise Wirtschaftszweigen zeigt, dass die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Mikroelektronik-Produktapplikationen vornehmlich im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und in der Feinmechanik liegen. Die Applikationsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Mikroelektronik in Fertigungsprozessen verteilen sich eher gleichm\u00e4\u00dfig auf alle Branchen des Verarbeitenden Gewerbes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Standard-ICs sind diejenigen Mikroelektronik-Komponenten, die am h\u00e4ufigsten von Produktanwendern in ihren Erzeugnissen eingesetzt werden (85 Prozent).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch eine bemerkenswerte Anzahl der Produktanwender verwendet kundenspezifische ICs (32 Prozent) beziehungsweise sogenannte semikundenspezifische ICs (14 Prozent). F\u00fcr die laufenden Produktentwicklungen ist ein zunehmender Anwendungstrend zum semi-kundenspezifischen IC festzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Produkte, in denen die Mikroelektronik-Komponenten eingesetzt werden, lassen sich zu 45 Prozent als elektrische und zu 55 Prozent als elektronische Produkte klassifizieren. Hierbei besteht der Bereich der elektrischen Produkte zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Produkten des Maschinenwesens und im Bereich der elektronischen Produkte dominiert neben Erzeugnissen der Industrieelektronik die Produktgruppe Instrumente.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Analyse der Mikroelektronik-Anwendung in den Fertigungsprozessen der Unternehmen wurde im Rahmen der Untersuchung unterschieden zwischen den von der Mikroelektronik \u00fcbernommenen Einsatzfunktionen, den unternehmensinternen Einsatzbereichen und den im betrieblichen Leistungserstellungsprozess eingesetzten programmierbaren Automatisierungssystemen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einsatzfunktionen der Mikroelektronik in Fertigungsprozessen werden bestimmt durch den Bereich des Steuerns und Regelns. Die Funktionen Messen und Kontrollieren sowie Analysieren und Pr\u00fcfen folgen mit Abstand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entsprechend der Dominanz von Steuer- und Regelfunktionen konzentrieren sich die betrieblichen Einsatzbereiche der Mikroelektronik vorrangig auf die Steuerung einzelner Maschinen oder ganzer Maschinengruppen. Die Einsatzbereiche Entwicklung und Konstruktion, Lagerwirtschaft und Qualit\u00e4tskontrolle weisen im Gegensatz zum Fertigungsbereich einen geringeren Anwendungsstand programmierbarer Automatisierungssysteme auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Betrachtung der einzelnen in den Fertigungsprozessen eingesetzten programmierbaren Automatisierungssysteme, zeigt, dass bei den Prozessanwendern in erster Linie speicherprogrammierbare Steuerungen (41 Prozent) und CNC-Werkzeugmaschinen (36 Prozent) zur Anwendung gelangen. Ein geringer Anwendungsstand ist bei CAD Workstations (17 Prozent), \u00bbPick-and-place\u00ab Maschinen (5 Prozent) und Robotern (3 Prozent) zu verzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Reihe befragter Anwenderunternehmen gab Auskunft \u00fcber abgebrochene Mikroelektronik-Innovationen. Bei 30 Prozent der Produktanwender und etwa einem Viertel der Prozessanwender ist es zumeist aus finanziellen, marktlichen, technischen und qualifikatorischen Gr\u00fcnden zu einem Abbruch von Mikroelektronik-Innovationen gekommen. Hinderungsgr\u00fcnde aus den Bereichen des Managements, der Organisation oder Probleme mit Gewerkschaft, Betriebsrat oder Mitarbeitern besitzen nur eine nachgelagerte Bedeutung. Eine Aufschl\u00fcsselung der Abbruchgr\u00fcnde nach Unternehmensgr\u00f6\u00dfenklassen zeigt, dass insbesondere die kleinen Unternehmen mit der Finanzierung Probleme haben und die mittleren Unternehmen ihre Schwierigkeiten dar\u00fcber hinaus verst\u00e4rkt im Bereich der Technologiebewertung und Marktanalyse sehen (Bild 1). Den Abbruch von Mikroelektronik-Innovationsvorhaben nehmen die Unternehmen zum gr\u00f6\u00dften Teil in den fr\u00fchen Phasen der Konzipierung und der ersten Bewertung des Innovationsvorhabens vor. Eine weitere deutliche H\u00fcrde stellt dann erst wieder der Produktionseinsatz und die damit verbundene Markteinf\u00fchrung dar.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_01.jpg\" data-lbwps-width=\"560\" data-lbwps-height=\"444\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_01-300x238.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\"   class=\"wp-image-1108\"  src=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_01.jpg\"    alt=\"1986_09_19_M&amp;T_Bild_01\"  width=\"560\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_01.jpg 560w, https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_01-300x238.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Befragt nach den Vorteilen beim Mikroelektronik-Einsatz in Produkten, weisen die Anwender insbesondere auf erweiterte Produkt-Anwendungsm\u00f6glichkeiten, verbunden mit h\u00f6herer Leistung und Zuverl\u00e4ssigkeit, hin. Prozessanwender sehen die Vorteile des Mikroelektronik-Einsatzes im Bereich einer verbesserten Fertigungskontrolle und in einer besseren Qualit\u00e4t der produzierten G\u00fcter. Geringere Fertigungs-Durchlaufzeiten, h\u00f6here Wirkungsgrade der Produktionseinrichtungen sowie die Minimierung von Ausfallzeiten werden von den Prozessanwendern ebenfalls positiv beurteilt. 72 Prozent der Anwenderunternehmen sehen sich durch die erfahrenen Vorteile in ihren Erwartungen bez\u00fcglich des Mikroelektronik-Einsatzes best\u00e4tigt und etwa ein F\u00fcnftel aller Unternehmen mit Mikroelektronik-Anwendung stellt fest, dass die Vorteile die Erwartungen \u00fcbertrafen. Nur eine sehr kleine Anzahl der Unternehmen f\u00fchlt sich hinsichtlich der Vorteilserwartungen nicht best\u00e4tigt (3,5 Prozent der Prozessanwender; 5,6 Prozent der Produktanwender).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage nach problematischen und nachteiligen Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Mikroelektronik-Einsatz beantworten \u00fcber 40 Prozent beziehungsweise 30 Prozent der Produkt- beziehungsweise Prozessanwender spontan mit einem Mangel an Personal mit Mikroelektronik-Applikationserfahrungen. Dieses Ergebnis, das bei Nachfrage von weiteren Unternehmen best\u00e4tigt wurde, zeigt deutlich das mit Mikroelektronik-Innovationen einhergehende Personal- und Qualifikationsproblem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachteilig erwiesen sich auch Aspekte wie h\u00f6here Entwicklungskosten, Software- und Finanzierungsprobleme sowie Probleme mit Mikroelektronik-Komponenten. Bei der Beschaffung von Mikroelektronik-Komponenten (16 Prozent aller Anwender hatten Beschaffungsprobleme) spielen insbesondere Lieferengp\u00e4sse, fehlerhafte Chips und ein fehlendes Angebot eine ausschlaggebende Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Probleme mit der Software, die bei 23 Prozent aller Anwender auftraten, konzentrieren sich nicht auf bestimmte Einzelaspekte. Vielmehr dokumentieren die gleichverteilten Nennungen unterschiedlicher Softwareprobleme wie fehlende Anwendungspakete, Mangel an Programmierpersonal, unzureichende Softwaredokumentation und langwierige Entwicklungszeiten die komplexe Struktur der herrschenden \u00bbSoftwarekrise\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Probleme mit Sensoren und Aktuatoren haben 10 Prozent aller Mikroelektronik-Anwender und 17 Prozent der Produktanwender des Verarbeitenden Gewerbes. Bem\u00e4ngelt wurde in der Hauptsache das Fehlen passender Modelle, das zu hohe Preisniveau sowie die unzureichende Robustheit der zur Verf\u00fcgung stehenden Mikroperipherik-Komponenten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer Betrachtung der Umsatzanteile von Mikroelektronik-Produkten am Gesamtumsatz der Unternehmen mit Produktanwendungen kann festgestellt werden, dass der auf Mikroelektronik-Produkte zur\u00fcckzuf\u00fchrende Umsatzanteil im Zeitraum von 1982 bis 1984 stark gestiegen ist. F\u00fcr den Zeitraum bis 1986 ist eine fortschreitende Entwicklung erkennbar, so dass davon ausgegangen werden kann, dass Produkte mit Mikroelektronik-Applikationen sich zunehmend zu wichtigen Umsatztr\u00e4gern in den Unternehmen entwickeln. Fast die H\u00e4lfte der Unternehmen gibt an, dass sie mit Mikroelektronik-Produkten mehr als 20 Prozent Ihres Umsatzes erzielen k\u00f6nnen, und etwa ein Viertel der Unternehmen denkt bei dem maximal erreichbaren Umsatzanteil der Mikroelektronik-Produkte an mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_02.jpg\" data-lbwps-width=\"554\" data-lbwps-height=\"417\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_02-300x226.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\"   class=\"wp-image-1109\"  src=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_02.jpg\"    alt=\"\"  width=\"554\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_02.jpg 554w, https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_02-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 554px) 100vw, 554px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf die Frage nach der Ver\u00e4nderung von Marktanteilen (Bild 2) durch den Mikroelektronik-Einsatz antwortete keines der befragten Unternehmen, dass die Marktanteile durch den Mikroelektronik-Einsatz gesunken seien. Vielmehr f\u00fchren 28 Prozent der Produkt- und 20 Prozent der Prozessanwender das Steigen ihrer Marktanteile auf den Mikroelektronik-Einsatz zur\u00fcck. Bei der subjektiven Einsch\u00e4tzung des technologischen Mikroelektronik-Anwendungsniveaus im Vergleich zu den Wettbewerbern des In- und Auslands liefern die Angaben der Anwender ein differenziertes Bild. Deutlich wird, dass die Mikroelektronik-Anwenderunternehmen der deutschen Industrie einem stark internationalen Wettbewerb vor allem mit den USA und Fernost ausgesetzt sind und der Informationsstand \u00fcber Wettbewerber im Inland wesentlich besser ist als \u00fcber Wettbewerber im Ausland.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die industrielle Mikroelektronik-Anwendung wird in den Unternehmen weitgehend durch eine \u00fcberschaubare Zahl von Mitarbeitern getragen (in zirka 60 Prozent der Anwenderunternehmen bis maximal f\u00fcnf Mitarbeiter). Der zum Zeitpunkt der Befragung 1983\/84 von den Anwenderunternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ausgewiesene Bedarf an Mikroelektronik-Personal belief sich auf aufgerundet 18 500 Stellen. Von diesen 18 500 offenen Stellen entfielen 36 Prozent auf Ingenieure, 34 Prozent auf Techniker, 16 Prozent auf andere (Facharbeiter) und 14 Prozent auf Mitarbeiter, die keiner Bedarfsgruppe zugeordnet wurden. Ein F\u00fcnftel dieses Einstellungsbedarfs wurde durch kleine Unternehmen, 35 Prozent durch mittlere und 45 Prozent durch gro\u00dfe Unternehmen repr\u00e4sentiert. Aus branchenorientierter Sicht vereinigten sich auf den Maschinenbau und die Elektrotechnik mehr als 40 Prozent des zum Zeitpunkt 1983\/84 formulierten Einstellungsbedarfs. Befragt nach dem voraussichtlichen Bedarf von Mikroelektronik-Mitarbeitern f\u00fcr die Jahre 1984 bis 1986 wiesen die Mikroelektronik-Anwenderunternehmen haupts\u00e4chlich f\u00fcr Ingenieure und Techniker einen wachsenden Bedarf aus (Bild 3).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_03.jpg\" data-lbwps-width=\"562\" data-lbwps-height=\"397\" data-lbwps-srcsmall=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_03-300x212.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\"   class=\"wp-image-1110\"  src=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_03.jpg\"    alt=\"\"  width=\"562\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_03.jpg 562w, https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT_Bild_03-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 562px) 100vw, 562px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis der Frage nach den Beschaffungsquellen von Mikroelektronik-Fachpersonal zeigt, dass die Rekrutierung des Personals aus unternehmensexternen Quellen wie Arbeitsmarkt, Hoch- und Fachschule eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt als die innerbetriebliche Weiterbildung. In Unternehmen mit Mikroelektronik-Prozessanwendungen besitzt die innerbetriebliche Weiterbildung dagegen einen vergleichsweise h\u00f6heren Stellenwert. Lediglich 12 Prozent der Mikroelektronik-Anwender verf\u00fcgen \u00fcber ein unternehmensinternes Angebot an Mikroelektronik-Weiterbildungs- oder Schulungsma\u00dfnahmen und ann\u00e4hernd zwei Drittel aller Anwender des Verarbeitenden Gewerbes nutzen externe Mikroelektronik-Schulungsma\u00dfnahmen. Deutlich wird hierbei folgender Zusammenhang: Je intensiver die industrielle Mikroelektronik-Anwendung sich im Unternehmen darstellt, desto h\u00e4ufiger nutzen die Unternehmen externe Qualifizierungsangebote und bieten interne Qualifizierungsma\u00dfnahmen an. Deutlich dominieren bei den extern genutzten Weiterbildungskursen Herstellerseminare beziehungsweise -lehrg\u00e4nge. Kurse an Hochschulen, Akademien und Forschungsinstituten werden in geringerem Ma\u00dfe genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr etwa Dreiviertel aller Mikroelektronik-Anwenderunternehmen im Verarbeitenden Gewerbe f\u00fchrte der industrielle Einsatz der Mikroelektronik zu keiner Ver\u00e4nderung der Zahl der Arbeitspl\u00e4tze im Unternehmen. In dem verbleibenden Viertel von Unternehmen sind Arbeitsplatzverluste fast zweimal so h\u00e4ufig wie Arbeitsplatzgewinne; das hei\u00dft auf jedes Unternehmen mit einem Arbeitsplatzgewinn kommen nicht ganz zwei mit Arbeitsplatzverlusten. Bezogen auf die Mikroelektronik-Anwenderunternehmen des Verarbeitenden Gewerbes war der industrielle Mikroelektronik-Einsatz in den Jahren 1982 bis 1983 mit einem Nettoverlust von etwa 30.000 Arbeitspl\u00e4tzen verbunden. Dieser Nettoverlust setzt sich zusammen aus einer Arbeitsplatzzunahme um zirka 17.000 Arbeitspl\u00e4tzen gegen\u00fcber einem Arbeitsplatzverlust von etwa 47.000 Arbeitspl\u00e4tzen. Der gesamtindustrielle Arbeitsplatzverlust von 1982 bis 1983 in H\u00f6he von 30.000 Arbeitspl\u00e4tzen entspricht einer relativen Ver\u00e4nderung des durch alle Mikroelektronik-Anwender repr\u00e4sentierten Gesamtbesch\u00e4ftigungsstandes von weniger als 1 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betrachtet man f\u00fcr denselben Zeitraum die relativen Anteile verschiedener Betriebsgr\u00f6\u00dfenklassen am negativen Netto-Arbeitsplatzeffekt industrieller Mikroelektronikanwendung, so lassen sich f\u00fcr Klein-, Mittel- und Gro\u00dfanwenderunternehmen durchaus Unterschiede feststellen. In der Klasse der Kleinunternehmen ist der negative Arbeitsplatzsaldo zwar geringer als bei Mittel- und Gro\u00dfanwendern, die Bedeutung der absoluten Besch\u00e4ftigungsver\u00e4nderungen bezogen auf die Zahl der Besch\u00e4ftigten in dieser Gr\u00f6\u00dfenklasse ist aber weitaus h\u00f6her. Die Aufschl\u00fcsselung der negativen Netto-Arbeitsplatzeffekte nach Wirtschaftsgruppen und Branchen zeigt, dass \u00fcber die H\u00e4lfte (55,5 Prozent) des f\u00fcr das gesamte Verarbeitende Gewerbe negativen Nettoeffekts von zirka 30.000 verlorengegangenen Arbeitspl\u00e4tzen allein auf die Wirtschaftsgruppe \u00bbInvestitionsg\u00fcter produzierendes Gewerbe\u00ab entf\u00e4llt. Insbesondere der unter dieser Gruppe aufgef\u00fchrten Branche des Maschinenbaus ist ein Drittel aller Netto-Arbeitsplatzverluste des gesamten Verarbeitenden Gewerbes zuzurechnen (33,5 Prozent). Die Elektrotechnik weist zwar neben dem Maschinenbau die gr\u00f6\u00dfte Sensibilit\u00e4t aller Branchen bez\u00fcglich der Zu- und Abnahme von Arbeitspl\u00e4tzen auf, ist aber an den Netto-Arbeitsverlusten im Verarbeitenden Gewerbe mit nur 0,4 Prozent beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Elektrotechnik muss als der wichtigste industrielle Wachstumsbereich im Verarbeitenden Gewerbe angesehen werden. Allerdings zeigen die vorliegenden Ergebnisse, dass dies f\u00fcr den betrachteten Zeitraum nicht mit einem positiven Beitrag zur Besch\u00e4ftigungsentwicklung verbunden war.<\/p>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT38S25ff_kpf-Artikel_Industrieelle-Anwendung-der-Mikroelektronik.pdf\">1986_09_19_M&amp;T38S25ff_kpf-Artikel_Industrieelle-Anwendung-der-Mikroelektronik<\/a><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1986_09_19_MT38S25ff_kpf-Artikel_Industrieelle-Anwendung-der-Mikroelektronik.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das VDI-Technologiezentrum Berlin f\u00fchrte in den Jahren 1983 und 1984 eine detaillierte Studie \u00fcber die damalige Situation der&nbsp;Mikroelektronik-Anwendung in Deutschland durch.&nbsp;Ulrike M\u00e4ncher, seiner Zeit Redakteurin der Fachzeitschrift Markt &amp; Technik, pr\u00e4sentiert den Lesern ausf\u00fchrlich die Ergebnisse der Untersuchung. 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