{"id":1058,"date":"1985-01-01T11:38:06","date_gmt":"1985-01-01T09:38:06","guid":{"rendered":"https:\/\/friebeismus.delphin-consult.eu\/?p=1058"},"modified":"2020-11-04T09:16:38","modified_gmt":"2020-11-04T08:16:38","slug":"interview-manuskript-der-geistige-vater-des-vdi-technologiezentrums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/interview-manuskript-der-geistige-vater-des-vdi-technologiezentrums\/","title":{"rendered":"Interview-Manuskript: Der geistige Vater des VDI-Technologiezentrums"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Markt &amp; Technik<\/em> Redakteur Eduard Heilmayr interviewte&nbsp;Klaus P. Friebe 1984 in Hannover zur Gr\u00fcndungsgeschichte des&nbsp;VDI-Technologiezentrums. Das VDI-TZ gilt auch heute noch als wichtiger Impulsgeber f\u00fcr Forschung und Entwicklung in Deutschland. Friebe, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VDI-TZ von 1978 bis 1989, war vielleicht der&nbsp;ma\u00dfgebliche und pr\u00e4gende Kopf, der die ideelle und konzeptionelle Grundlage legte, damit sich das VDI-TZ in nachfolgender Zeit derart positiv entwickeln konnte. Lesen Sie in diesem unbearbeiteten Manuskript Friebes Verst\u00e4ndnis zur nachhaltigen Ausrichtung des VDI-TZ.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Erfolg hat viele V\u00e4ter &#8211; so f\u00fchlen sich heute auch viele beteiligt am Erfolg des VDI-TZ. Aber eben den allgemeinen Aspekten war es doch so, dass ich in irgendeiner Form mir einen Jugendtraum verwirklicht habe. Die Zeit war reif, das Umfeld war reif und auch der Bedarf war 1977 vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Jugendtraum war immer eine praxisorientierte Managementschule aufzubauen, wo Techniker aktiv am Beispiel konkreter Projekte \u00fcben und lernen k\u00f6nnen und zwar in einem Zeitraum von 3 bis 4 Jahren, wo man in der Industrie 10 bis 15 Jahre braucht. Der Erfolg des TZ beruht nicht zuletzt auf der Tatsache, dass immer wieder neue Leute eingestellt worden sind und anderseits auch jede Menge Leute aus dem TZ in die Industrie gegangen sind. Dadurch, dass die Industrie uns Leute in gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfe abnimmt, als wir einstellen k\u00f6nnen, ist ein Beweis, dass gerade diese Art von Qualifikation bei der Industrie sehr gefragt ist. Ich habe fr\u00fchzeitig durch meine T\u00e4tigkeit in der Industrie gelernt, dass gerade der High-Tech-Bereich eine gewisse Spezies von Menschen braucht. Dazu geh\u00f6rt neben anderen pers\u00f6nlichen Grundvoraussetzungen der Wille zur Konfliktf\u00e4higkeit. Das Grundprinzip im TZ ist: nur wenn man in einer Konflikt-offenen Diskussion und -Organisation arbeiten kann, kann man auch dynamisch wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Organisationsstruktur ist im VDI-TZ grunds\u00e4tzlich so angelegt, dass Konflikte m\u00f6glich sind. Darin enthalten ist auch die Bereitschaft sich st\u00e4ndigen Ver\u00e4nderungen zu unterziehen, es ist alles in Fluss. Wir denken in Projekten und Programmen. In Deutschland ist die F\u00e4higkeit zum Dialog und Konflikt noch sehr schwach ausgebildet. Die sehr offene Struktur die wir haben bedeutet, dass der Entscheidungsprozess auf sehr viele Schultern verteilt ist was auch im Hierarchischen gedacht eine Erschwernis ist, weil die Effektivit\u00e4t ist doch gegeben, weil nicht einer das Werden des TZ bestimmt. Die Leute handeln, weil sie k\u00f6nnen heute de facto nicht alle Leute kontrollieren. Sie k\u00f6nnen ihm nur vertrauen und in bef\u00e4higen. Wir haben sicherlich auch Fehler gemacht, aber die Mehrzahl der Mitarbeiter hat dieses System mit Erfolg genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben am 1. April 1978 ohne Mitarbeiter begonnen. Ich bin im M\u00e4rz 78 nach Berlin gekommen mit einem Stuhl und einem Telefon. Die ersten vier Mitarbeiter kamen aus Karlsruhe (ISI?) und D\u00fcsseldorf (VDI?). Vorab Ende 77 haben wir uns zusammen mit dem BMFT sehr viele Gedanken \u00fcber den Aufbau des TZ gemacht. Diese konzeptionelle Vorarbeit war wichtig. Und es ging dann 78 und 79 darum eine Unternehmenskultur zu entwickeln. Man kann eine sch\u00f6ne Strategie haben, aber wenn man sich dieser Strategie nicht hundertprozentig verschreibt und ganz konsequent handelt, dann hat man wenig Erfolgsaussicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf meiner Fahne steht neue Sachen zu machen die nicht zum Alltag geh\u00f6ren, in der Zukunft operieren unter dem Aspekt was ist in der Zukunft wichtig, das heraus zu selektieren und so publik machen, dass es f\u00fcr einen allgemeinen Kreis verst\u00e4ndlich wird. Aus diesem Grund haben wir diese einmalige Kombination von Informationsverbreitung und Informationsumsetzung, und auf der anderen Seite haben wir die Analysen und Prognosen. Die Suche und Absch\u00e4tzung von Technologien, die Technologieberatung und die betriebswirtschaftliche Beratung. Diese Kombination von Instrumentarien ist unsere St\u00e4rke.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben Sozialwissenschaftler, Betriebswirte und Techniker und allein zu beobachten wie diese Leute miteinander zusammenarbeiten wie diese Leute ihre Probleme bew\u00e4ltigen ist&#8230; Bei dieser engen Zusammenarbeit prallen so richtige Gegens\u00e4tze aufeinander. Aber die Leute m\u00fcssen eine Leistung vollbringen und dies ist m\u00f6glich wenn die Leute \u00fcberzeugt sind, dass es sich lohnt sich daf\u00fcr einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuk\u00fcnftige technologische Themen aus neutraler Sicht in kommerzielle Bereich reintragen. Es w\u00e4re ein gro\u00dfer Fehler wenn man glauben w\u00fcrde, dass man mit dem TZ kommerziell operieren k\u00f6nnte. Dann m\u00fcssen sie Kompromisse schlie\u00dfen. Um Technologien der Zukunft analysieren zu k\u00f6nnen brauchen sie eine gewisse Arroganz. Sie m\u00fcssen gewisse Sachen unter den Tisch fallen lassen. Sie m\u00fcssen sagen, dass ist gelaufen. Sie m\u00fcssen unbequeme Themen ansprechen. Hybridtechnik, Verbindungstechniken.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Geld von Bonn ist die Schmierseife f\u00fcr den Erfolg. Was mache aber ich mit dem Geld? \u00dcber die Technologieberatung haben wir ein Netz des Dialogs gekn\u00fcpft.<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00f6\u00dfte Erfolg: Die dritte Generation von Mitarbeiter, und die Mehrzahl der ausgeschiedenen Mitarbeiter ist erfolgreich in der Industrie t\u00e4tig. Au\u00dferdem hat der Gedanke des Technologiezentrums Fu\u00df gefasst. Das sieht man daran, dass das System des TZ bundesweit kopiert wird. Au\u00dferdem haben wir durch die Qualit\u00e4t der Mitarbeiter und durch die neutrale Position einen hohen Stellenwert in der deutschen Anwenderindustrie. Innerhalb von 7 Jahren von 4 Mitarbeiter auf \u00fcber 100 heute ist nat\u00fcrlich eine Leistung, die ohne massive Unterst\u00fctzung des Bundes nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel f\u00fcr die Zukunft: Die Konsolidierung mit dem Ziel das Technologiemanagement in Deutschland auf breitere F\u00fc\u00dfe zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-pdfjsblock-pdfjs-embed pdfjs-wrapper\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1985_xx_xx_he-Interview-Abschrift_kpf_Gruendungsgeschichte-VDI-TZ.pdf\">1985_xx_xx_he-Interview-Abschrift_kpf_Gr\u00fcndungsgeschichte-VDI-TZ<\/a><a href=\"https:\/\/delphin-consult.de\/friebeismus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/1985_xx_xx_he-Interview-Abschrift_kpf_Gruendungsgeschichte-VDI-TZ.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Markt &amp; Technik Redakteur Eduard Heilmayr interviewte&nbsp;Klaus P. 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